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Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 45)
Language
German
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daran, daß man ein Leben in. einem Lande schaffen 0 rf. das entsiuiden ist aus Elementen jüdischer, deutscher, englischer, arr -eher und persischer Kultur, und dann warten soll, bis sich mit Hilfe der „Genius des jüdischen Volkes'' daraus etwas Jüdisches entwickelt. Wir erkennen diesen Wunderglauben nicht an, der „was Grundlosigkeit und Stützungsunhedürfigkeit anbetrifft, den dem alten Juden von der Tradition abgeforderten-bar weitem hinter sich läßt" (Franz Rosenzweig). Wir sehen einen Weg, ihn wir zu gehen haben und gehen wollen, wenn und weil es uns ernst e£ um den Bestand und die Erhaltung des jüdischen Volkes, Er führt uns auch Erez- Israel aus innerer Notwendigkeit — Jischuw, Erez-Israel ist eines ihr Hauptgebote des Judentums — und aus äußerem Zwang. Denn weil wir sehen, daß es hier im Galuth immer schwerer . wird, unser jüdischen Leben zu führen, da die Bedingungen unseres Lebens von Anderen, Fremden bestimmt werden, da unsere jüdische Kultur zurückgedrängt wird durch den ungeheuren Ansturm der europäischen, darum unser Weg nach Erez-Tsrael als der Stätte, wro w i r unser Leben bestimmen können. Unsere Waffe im Kampf um unser jüdisches Galuthdasein heißt wiederum: „Thora'^Xttssen um das Judentum und seine Gebote. Nur wer w e i ß , was er verterÖgt, bleibt ein treuer, ehrlicher Kämpfer. Das „Lernen" hat uns in der €raluth er-' halten. Der Jude ging nicht unter, weil er wußte, daß er, der scheinbar Unterlegene, der eigentliche, zukünftige Sieger war. Wie der Sozialismus steht und fällt mit der „Bildung" der Massen, so ist der Bestand unseres jüdischen Volkes davon abhängig, ob wir uns „jüdische Inhalte" aneignen. Zionismus als Entscheidung, als menschliche Haltung angesehen, irag darauf verzichten können (der Am-haarez als Nationalist), er bleibt uifruchtbar, auf eine Generation beschränkt, weil er nicht vererbbar ist — &rum das Problem der Kindererziehung bei den Allgemeinen Zionisten. Weil wir aber damit rechnen müssen, daß noch Generationen in der Galuth lebm werden, darum fordern wir von uns das „Lernen", Thora als starke, alle imfassende Verbindung mit unserm Volk, unserm Land und unserer Zukunli ,,Awodah", die zweite Grundlage unserer Bewegung, ist der Ausdruck unseres Strebens nach neuer Gesellschaftsform. Es ergibt sich zun großen Teil schon aus dem, was bezüglich „Thora" gesagt worden ist. Judentum regelt nicht nur das Leben des Einzelnen, es gibt auch der Gemeinschaft, der Stellung des Einen zum Andern, bestimmte Formen. Beide, das Individuum und die Gesellschaft, sollen zur höchsten sittlichen Volleidimg geführt werden. Hieraus ergibt sich unsere zweite starke VerhkÄng mit dem neuen Erez-Israel. Nur wenn es aufgebaut wird auf den ^rechten, sittlichen Grundlagen, wie sie im Judentum festgelegt sind, kämen wir seinen echt jüdischen Charakter und seinen Wert für uns und sssere Zukunft anerkennen. Fremd sind dem Judentum Ausbeutung ind Unterdrückung, die dem Menschen sein Menschentum raubt. Unjücfeh ist es, dem Reichen um seines Reichtums willen Macht zu verleihen, nur derjenige wurde als Führer anerkannt, der sich durch jüdisches Müssen und jüdisches Leben auszeichnete. Wir treten entschlossen auf dir Seite des arbeitenden Erez-Israel, weil wir glauben, daß nur durch VersiZrkung der selbstarbeitenden Massen die Gewähr für einen wirklichen sseialen, den Grundsätzen der Thora entsprechenden Aufbau gegeben ist „Awodah"

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