Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie in allen anderen Ländern bestellt nämlich auch in pa], zwischen der Sprache in Stadt und Land ein großer Unterschied. V gesellen von den alten Kolonisten und den jungen Arbeiten*, die sch'--« etliche Jcdnrzehnte im Lande sind, wird auf dem Lande ein bedeut- •, schlechteres und ärmeres Hebräisch als in der Stadt gesprochen, v. o c,..- Sprache der Intelligenz einen Finfluß bis in die untersten Schichten d; Bevölkerung ausübt. Es sei noch hervorgehoben, daß unter den Arbeite; s< im allgemeinen die Bauarbeiter das beste Hebräisch, sprechen, was sein Grund in der Erziehung durch den Solei-Bouch haben soll. Zur seelischen Situation unserer jungen Bundesbrüder. Von Alfred Berliner (V. J. St. Jordania, München, A. H.) Die älteren K. J. Wer, die jetzt als Männer auf der Hohe des Leb« ]], stehen und im wesentlichen den deutschen Zionismus repräsentieren, si;;d durch eine tiefe Kluft von den Jungen getrennt, die eben anfangen, hu K. J.V. und im Zionismus ihre Flügel zu regen. Ais Gründe hierfür sind, vielfach der durch den Krieg bewirkte Generationsausfall und die dem Korporativen und Akademischen unholde Situation der Revolutionszeit angegeben worden. Wenn trotzdem durch die Anstrengungen der alten Getreuen die Generationsfolge nicht ganz abgerissen ist, so bedeutet sie doch kaum mehr als einen äußeren Zusammenhang. Diese Tatsache i>t nicht zu bestreiten und wird auch nicht bestritten. Aber weder die ältere Generation, noch die junge eben heranwachsende begreift das Wie und Warum des inneren seelischen Unterschiedes untereinander. Am ehesten scheinen es noch die Jungen zu wissen, wenn sie sich nicht bevormunden lassen wollen und sagen: wir sind anders als ihr. Fehlerhaft scheint es mir nur zu sein, wenn sie trotz der Erkenntnis ihres Andersseins an die Methoden und Formen der Alten anknüpfen und sie nachmachen, sei es in Richtung der Erziehung, sei es in Richtung ihres Lehr- und Lernprogramms, sei es in Richtung ihrer allgemeinen zionistisch-politischer* Haltung oder der Form ihres Zusammenlebens. Aber bei ihnen ist doch Suchen und Versuchen und es ist schon die Entwicklung zu einer neuen Art von K. J. V. zu erkennen. Die ältere Generation hingegen zeigt ein fast völliges Mißverstehen der seelischen Situation dieser jungen Bundesbrüder, als wenn sie noch nie darüber nachgedacht hätte, wie dieses tiefe Mißverstehen, das der Kartelltag so deutlich zeigte, jenem Mißverstehen verzweifelt ähnlich sieht, das sie selbst von der Generation ihrer Väter schied. Aber die-c Aelteren machen einen Einwurf, der berechtigt scheint, der jüngere Menschen, sofern sie nicht besonders selbstbewußt sind, immer vor den Kopf stoßen wird. Jene werfen nämlich ein: „Wir hatten Ideen, die wir bis heute vertreten und zu verwirklichen suchen. Unser Kampf galt der Ideenlosigkeit des Bürgertums, der Assimilation- Wir hatten Gedanken, stellten Aufgaben hin, Ziele, schufen Neues. Ihr Jungen aber erschöpft eure Kraft in der Schaffung und Ausgestaltung