Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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The Seyeiiiii Dominion. Von Selik E. Soskin (V. J. St, Berlin, A. H. h. c). Es geht um ernste Dinge. Wir könnten bald vor eine Entscheidunggestellt werden. Man vergegenwärtige sich die Situation: auf der einen Seite „The Comr.iciiv.-ealth of Palestine" nach dem Entwurf von Hans Kohn, dem Ideologe:] des „Brith Schalom", auf der anderen „The Seventh Dominion"' von Colone! Josiah Wedgwood, Abgeordnetem der Labour-Party im britischen Parlament. Hier — das arabisch-jüdische Condorninium in Palästina mit sofortigem Parlament — die von jüdischer Seite zum Glück von nur wenigen Ideologen vertretene „pazifistische" Richtung. Da — ein klar ausgesprochener Wunsch aus Palästina das siebente, jüdische Glied des Brithis Empire zu machen — „The Seventh Dominion". Würde man aus opportunistischen Rücksichten es versuchen, diesen Fragen zunächst aus dem Wege zu gehen, so ist man durch die Propaganda des „Brith Schalom" und die Tagesereignisse in Palästina gedrängt* schon jetzt zu ihnen Stellung zu nehmen. Der „Brith Schalom" ist in Palästina durch eine Reihe von m der Oeffentiichkeit mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten geschaffen, die in der letzten Zeit in verschiedenen Artikeln die Idee propagieren^ gemeinsam mit den Arabern, ein „Commonwealth of Palestine", einen fetnationalen Staat zu schaffen, in dem Juden und Araber, unabhängig vom jeweiligen Zahlenverhältnis, das Land gleichberechtigt regieren, gemeinsam seine Geschicke schmieden, dazu ein Parlament schaffen usw. ldk muß bekennen, ich habe nichts von den unmittelbaren Auslassungen der Vertreter des „Brith Schalom" (Führer kann man sie nicht nennen, detm es fehlen ihnen die Geführten; sie bilden einen Bund von einigen Gleichgesinnten, leider in Jerusalem) gelesen, sondern nur über sie. Was mit aber1 bislang an Aeußerungen des andern Partners in diesem Bündnis bekannt wurde — die Auslassung von Mussa Kazim Pascha über die zukünftige Einwanderung von Juden nach Palästina und die Geschehnisse an der Klageniauer — bestätigt, von allen anderen Gesichtspunkten abgesehen, «faß es sich um wirklichkeitsfremde, phantastische Forderungen von Id^ofogen, Bücherweisen und nicht Männern des realen praktischen Lebens handelt. Um so realistischer, praktischer ist Wedgwood. Daß seine Forderungen nicht zu früh kommen, sondern gewissermaßen in der Luft liegen, beweisen nicht allein die Bestrebungen und Taten des arabischen präsumptiven Partners im „Commonwealth of Palestine". Großbritannien beginnt seleerseiTS, ein tätiges Interesse v.n Pal.'i<ttna zu zeigen. Es handelt sich nicht ia-ehr um Sentiments, die neben politischen Ueberlegungen die Baifour-Deklaration zustande brachten. Es «ein um große wirtschaftliche Interessen. England baut den Hafen von Haitc, der mittels eines Schienenstranges mit B .^iael und durch eine pipe-line mit Mossul verbunden werden wird. Kennzeichnend für die von den Engländern Haifa als zukünftigem Welthafen zugemessene Ledeutung ist die Tatsache, daß bei der Planung der gegenwärtig nur 35 030 Einwohner zählenden Stadl die Wasserversorgung für eüne Bevölkerung von 2C0 O'iO Menschen vorgesehen wird. Shell hat sich seron Bau- 4