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Der jüdische Student · 1928-09-01 · Heft 5 (September 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 5 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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Von Fritz Gottstein (V.J. St. Kadimah, Bonn, A. fö>. In Max Hertz ist ein alter Bonner V. J. St.er gestorben, der jedem von uns nahegestanden hat, der Leiter, lebensfreudig und zielbewußt war, der Freundschaft suchte und der Freund zu sein wußte. Diese Eigenschaften haben wir Bonner immer an ihm gesdiätzt, und die Arbeit für unser Kartell und den Zionismus ist nie dadurci zu kurz gekommen daß Geselligkeit und Frohsinn in seinem Kreise herrschten. Sein Verdienst bleibt die Aufrechterhaltung des Bonner Vobindungslebens im Kriege. Unter den schwierigsten Verhältnissen hat er in Bonn gekeilt und zionistisch organisiert und dadurch die Möglichkeit geschaffen, bei Kriegsende sofort mit jungen Kräften weiterzuarbeiten. Der Jann einsetzende Aufschwung der Bonner Verbindung wäre ohne seine vorbereitende Tätigkeit nicht möglich gewesen. Wenn unsere jungen Bundesbrüder heute in Bonn in ihrem schönen Verbindungshause sind, so sollten sie nicht vergessen, daß die Werbetätigkeit von Max Hertz den finanziellen Grundstein für ihr Hein legen half. Max Hertz bewies sein Interesse für das Kartell nicht durch Reden. Jede freie Stunde gehörte der Verbindung; als Praktikant hat er m Dortmund und nach seiner Niederlassung im Bezirksverband und im Rosenkranzbund in Berlin für uns gearbeitet. Während seiner langen Krankheit ließ er sich von seinen Freunden über alle Kartellfragen unterstehten. Er hat kurze Zeit vor seinem Tode ein Programm für die AltherrfnarbeLt entworfen, das seine Anteilnahme an dieser Frage und seine Kenntnis der Materie beweist. Schmerzlich war ihm die zunehmende Entfremdung der Bundeförüder in Berlin, und ihr im Bereich seiner Tätigkeit abzuhelfen versuj&te er immer wieder. Seinem Einfluß gelang es, an jedem Abend, den vüt mit ihm verbrachten, Bundesbrüder einander näherzubringen und für tätige Kartellarbeit zu gewinnen. Ein Jahr lang war Max Hertz bettlägerig. Er, der als Arzt dk Unheilbarkeit seines Herzleidens kannte, vermochte seine Frau und seine Eltern dadurch aufzurichten, daß er ihnen von seiner baldigen Genesung sprach, seine heitere Ruhe und seine pathosfreie Entschlossenheit die wir schon als Studenten an ihm schätzten, haben ihn bis zuletzt nicht verlassen. Wir trauern um unseren Freund, der so früh zusammenbrach. Die Erinnerung an ihn, der seines Volkes und seiner Bundesbrüder bis ix den Tod gedachte, bleibt mit unserer Jugend verbunden und soll uns feiten, für die Idee zu leben, iri der wir uns gefunden haben. 29

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