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Der jüdische Student · 1928-07-01 · Heft 3 (Juli 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 3 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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diesen Oedanken im Verlauf der folgenden Ausführungen fe-szuhake::), daß unsere gesamte Erziehungsarbeit von dieser Perspektive hei bestimmt und von ihren Anfängen an auf dieses Ziel eingestellt sein muß. Trotzdem ist es mir entscheidend wichtig, hier den Satz aufzustellen, dtß für das jüngere Kartell, die Generation der werdenden Zionisten, die eirscheider.de Aufgabe nicht die zionistische Tat, sondern die zionistische Erziehung ist. Daß es zwischen beiden Arten der Bewertung einen Geginsatz gibt, glaube ich allerdings. Für jede Tat gibt es nämlich nur eine immanente Gesetzlichkeit und Norm, nämlich ihren Effekt: die Leistimg. Hie Leistung fragt aber nicht nach Motivationen, nicht nach der psychischtn Gesamtdisposition des Handelnden; die Tat muß unabhängig davon vollbracht werden, was dabei aus der Seele des Tuenden wird. Zwischen Motiv und Leistung schiebt sich das ganze Gefüge von Technik und Mechanik, von Mitteln und Mittelbarkeiten, und die Loslösung der Tst von der Seele des Täters ist oft genug die kaum vermeidüche Folge. Schon für die zionistische Bewegung im großen gilt es (was mehr ncdi als die theoretische Ueberlegimg die praktische Frfahrimg der letzten J£ihre zeigt, wo der Zionismus durch die drängenden Aufgaben der Stunle oft gezwungen war, nichts als Tat zu sein), daß sie sich im gaimn niemals zu weit von ihren Quellen verlieren, nicht im Getriebe politischer Tagesarbeit untergehen darf, daß sie als die Erneuerungsbewegung de* jüdischen Volkes immer daran denken muß, welche erzieherischen Atfgaben sie stets auch im Innern zu erfüllen hat, und daß vielleicht manette an sich notwendige Leistung unterbleiben muß, wo diese erzieherischen Forderungen ihr Recht geltend machen*). Wenn das schon für den Zionismus im großen gilt, der als politische Bewegung doch vor allem Aktion zu sein hat, um wieviel mehr trifft es für den Kreis unseres Buirfes zu, für das jüngere Kartell, dessen Menschen eine zionistische Erziehrag großenteils noch bitter nötig haben. Nicht, als ob nun nichts getm und nur „erzogen'"' werden solle — das wäre allerdings eine unmögbrhe Gegenüberstellung. Unsere „Aktivitas" soll beileibe nicht „inakür*' werden, dies auch in dem Sinne, daß je früher desto besser unsere jungen Bundesbrüder praktisch-politische Arbeit leisten sollen. Aber im ganzen hat zu gelten, daß diese Aktivität unter dem Primat der Erziehmgsaufgabe zu stehen hat, daß für das jüngere Kartell die Erziehung seiner Menschen seine zionistische Tat ist! Da ich nun die Bedeutung der praktisch-politischen Tat für iks jüngere Kartell, wenn nicht wegen ihres Eigenwertes, so doch als Erziehungsmittel keineswegs bestreite, so wird man, vielleicht mit Recht, tkn Einwand machen, daß in praxi meine Auffassung doch auf ihre Anerkennung hinausläuft und daß sonnt dieser Aufwand von Dialektik und begrifflehen Unterscheidungen nutzlos vertan sei. Ich habe aber guten Grund, iiese Unterscheidung aufrechtzi halten, da ihre Anerkennung für bestimmte aus ihr zu ziehende Folgern gen von entscheidender Wichtigkeit ist *) Ich lasse dahingestellt, welche Konsequenzen sich schm auf dieser Ebene gegen eine zu starke Betonung der Gemeindearbeit and Galulhpolitik ergeben. 19

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