Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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gesprochen, mit Recht als zionistische Abirrungen bezeichnet lat. lUhin gehören alle diese Vorschläge einer zionistischen Oalnih vnd (öemeindearbeit, nicht wegen des Inhalts dieser Forderungen, sondern vegen des geistigen Zusammenhanges, in dem sie gestellt werden, dahh gehören zum Teil auch die Forderungen einer stärkeren Betonung des 'Eigenlebens des Kartells, obwohl diese möglicherweise auch auf einem Langel an subjektiver zionistischer Kraft beruhen können. Gemeindearbeit, Kulturpolitik im Galulh usw. ist zionistisch notwendig, sie haben ihren systematischen Ort innerhalb des allgemeinen Programms der zionistischen Bewegung, und wenn sie mit solchen Motiven begründet werden, so ist das zu begrüßen und anzuerkennen. Galutiarbeit und Gemeindepolitik ist zweifellos für viele, vielleicht für sehr viele, die einzige Möglichkeit ihrer persönlichen zionistischen Verwirklichung — als solche zu begrüßen und anzuerkennen. Vom Kartell aus gesehen aber interessieren sie nicht, ja die gleichen Gedanken, hingesteua als prinzipielle Lösungen in einer bestimmten Situation des Kartells, als Parole oder auch nur als allgemeine Vorschläge, verwerfe und befrämpfe ich als eine Verkennung der entscheidenden Aufgaben .des Kartells und als eine schwere Sünde wider seinen Geist. Diese Stellungnahme habe ich im folgenden zu begründen. IL Die zionistische Forderung tritt an den K. J.V.er in zwiefacher Weise heran: als Aufgabe, Zionist zu werden, und Zionist zu sein. Diese Dialektik ist mit Absicht gewählt, denn beide Teilaufgaben beanspruchen ihre besondere Zeit, eine besondere Methode und eine besondere Problematik. Sie entsprechen zwei Stadien zionistischer Entwicklung, demgemäß jeweils zwei verschiedenen Generationen im Kartell, normalerweise ebr Aktivitas und den Alten Herren. Beide Aufgaben sind (als Aufgaben des Kartells gesehen), wenn auch in verschiedenem Sinne, pädagogischer Natur; als solche ist die erste, als pädagogisch grundlegende, bei weitem die wichtigere. Im ersten Teil dieser Ausführungen war vornehmlich von der Problematik der zweiten Aufgabe die Rede, hier soll über dk- Bedeutung der ersten etwas gesagt werden. Vor allem zur Klarstellung meines Ausdrucks „Zionist werden". Ich meine, daß man Zionist geworden ist noch nicht durch Verständnis und Anerkennung der Ideologie des Zionismus — die intellektelle Durchdringung des Zionismus (gegen deren Wichtigkeit damit ctber nichts gesagt wird) ist sogar sicherlich nicht die erste Voraussetang, sogar überhaupt nicht unter allen Umständen Bedingung für aSas Zionistwerden. Fchter persönlicher Zionismus ist vielmehr, wie wir wissen, vor ailem eine Charakterfrage, d. h. hier, solange wir noch nicht im Stadium der l'cwährung sind, eine Frage der zionisiisch-eäfiischcn Gesinnung. Sic ist von rationalen Bedingungen höchstens teilweise abhängig, besteht vielmehr in einem viel umfassenderen Ergriffensein aller psychischen Kräfte, der gefühls- und wiliensmäßigen nicht weniger als dar erkenntnismäßigen. — Die h~:r liegende pädagogische Aufgabe isä deshalb so schwierig, weil sie d rin besteht, den (der Idee nach) gam*m Zionismus IT