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Der jüdische Student · 1928-07-01 · Heft 3 (Juli 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 3 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Zionismus als unsere Erziehungs&ufgafoe. Von Paul Schnurmacher (V. J. St. Maccabäa, Berlin, i. a. B.). I. In einem Buncje wie dem unseren ist es von Zeit zu Zeit nötig, wieder einmal Dinge zu sagen, die an sich nicht, doch in dem gerade erreichten Stadium der gemeinsamen Entwicklung von erhöhter Wichtigkeit sind. Die Gedanken, die ich äußern will, sind nicht nur im absoluten Sinne nicht neu, sondern auch als einzelne „Wahrheiten" vielleicht selbstverständliches Gemeingut auch der jüngeren Bundesbrüder. Mir geht es aber um die Frage der Betonung, es kommt mir darauf an, Dinge in das' rechte Licht zu rücken, ihnen diejenige Beschwerung zu geben, die sie in einem bestimmten Augenblick der •Kartellgeschichte haben müssen. Diesen „Augenblick der Kartellgeschichte" muß ich zunächst kurz charakterisieren. Ich versage es mir, tiefgründige zeitgeschichtliche Analysen zu geben, schon deshalb, weil ich nicht glaube, daß die allgemeine geistige Situation der Jugend von 192S in den für uns entscheidenden Fragen anders ist als für die von 1903 (schon eher anders, obwohl das paradox klingt, als die von 1918, nämlich unpolitischer). Vielmehr glaube ich, daß unsere gegenwärtige Lage durch Faktoren der zionistischen, zum Teil speziell der deutsch-zionistischen Entwicklung bestimmt ist. Die letzteren sehe ich in dem Zusammenbruch des Blau-Weiß mit seinen psychologischen Folgen für die von ihm unmittelbar oder mittelbar Betroffenen. Sie lassen sich aber zum Teil auffassen als Spezialfall einer viel weiterreichenden Entwicklung: die geistige Umstellung auf die nach der 4. Alijah zutage getretene Stabilisierung im Tempo und in den Methoden des Palästinaaufbaus. Die in der Krisis eingetretene Stockung der Kolonisation wurde — mit Recht oder Unrecht — als symptomatisch für die Perspektiven des Aufbaus gewertet, der Aufbau wurde im Bewußtsein der Zionisten eingeordnet in allgemeine wirtschaftliche und kolonisatorische Gesetze, damit schwand die Vorstellung einer in einem einmaligen Ansturm zu vollbringenden außergewöhnlichen Tat; kurz, es erwies sich, daß die Befürchtungen, die (z. B. von der Arbeiterschaft) hinsichtlich der subjektiven Rückwirkungen des Konsolidationsgedankens gehegt wurden, in ihrem Kern nicht ohne Berechtigung waren. Für unsere eigenen Leute hat nun — das hat, wie mir scheint, u. -a. die Generaldebatte auf dem Kartelltag deutlich gezeigt — diese Entwicklung besonders unheilvoll gewirkt. Sie mußte nämlich dazu führen, die praktische zionistische Sicherheit und Aktivität vieler Bundesbrüder, die ja aus Gründen ihres Berufes auch vorher bei vielen problematisch war, noch weiter zu erschüttern, und zwar am stärksten bei unseren besten Leuten, die von sich aus am meisten auf eine volle persönliche Verwirklichung ihres Zionismus, d. h. auf ihre Alijah, hinstrebten. So kam es, daß diese Bundesbrüder auf der Suche nach einem subjektiv befriedigendem Wege persönlicher zionistischer Tat, ohne in ihrem Bewußtsein auch nur einen Finger breit vom Wege der zionistischen Idee abzuweichen, vielmehr gerade aus Zionismus auf Bahnen gerieten, die man, objektiv 10

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