Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Camp, Von i r v i n F i s h e r, (Sport-V. J. St., A. H.). Im letzten ,,J. St." wird nach mehrjähriger Unterbrechung wieder ein Camp propagiert. Ich weiß nicht, wie weit sich in den Köpfen der Aktiven mit dem Worte Camp eine greifbare Vorstellung verbindet. Die letzten Kartelljahre haben ja die Tradition abbrechen hssen, und auch viele Voraussetzungen, die erst ein Camp ermöglichen, sine, wie mir scheint, heute nicht mehr vorhanden. Vielleicht verlohnt es, die kurze, aber bezeichnende Geschichte der verflossenen Camps in einigen Sätzen darzustellen. Der Campgedanke wurde erstmalig von Ernst Simon II auf dem Hannoverschen Kartelltag' 1922 vorgetragen und schlug sofort in den Sportverbindtingen Wurzel. Wenige Wochen darauf wurde er im Hessischen nahe bei Friedberg in einem einsamstehenden Chausseegasthaus Wirklichkeit. Die Teilnehmer entstammten hauptsächlich dem Ruder-V. J..3t., dem Spbrt-V. J. St., der Maccabäa-Berlin und der Hatikwah-Würzburg, von wo aus Ernst Simon damals die Vorbereitungen traf. Wir waren swar nur zwanzig Leute, also ein unbeträchtlicher Bruchteil des Gesaritkartells, trösteten uns aber mit dem Bewußtsein. Pioniere einer neu*n überragenden Kartellinstitution zu sein und sahen bereits eine schwungvolle Entwicklung für die nächsten Jahre voraus: ein mehrwöchentlkhes Zeltlager entsprechend den Camps der Boy-Scouts mit all den Vonseiten des Zusammenlebens, von denen jede Altersstufe des K. J. V. Nutzem ziehen könnte: Wir Aktiven durch Kurse, Seminare, hebräische Gruppen; durch Sportspiele, Gymnastik, Wanderungen. Tagungen der Altherrenschaft konnten damit verbunden werden. Unsere Phantasie fand in ätn abendlichen Diskussionen Anknüpfungen zu allen Gebieten unseres 3t. J. V.er¬ Daseins. Wir hatten bereits eine genaue Lagerordnung — man ist nicht ungestraft K. J. V.er — ausgearbeitet und führten sie en minhture bei uns durch. Im nächsten Jahre bezogen wir im Hinblick auf den Karlsbader Kongreß in Annaberg im Erzgebirge ein kleines Haus. Dort waren wir bereits mit 44 Bundesbrüdern vertreten. Sehr störend trat damals die Inflathn in Erscheinung, so daß wir das Camp kürzere Zeit als im Vorjahre,, nämlich nur etwa fünf Tage aufrechterhielten. Den Höhepu; ' t brachte dann das 3. Camp bei Förchter&erg, das wir von langer HanJ und unabhängig von anderen zionistischen lagungen vorbereiten konnten, fitwa SO Aktive hatten sich eingefunden, s© daß fast alle Verbindungen — e : ige vollzählig — vertreten waren. Unser ursprünglicher Cainpgedanke ha. : inzwischen eine Wandlung durchgemamt, indem wir vom mehrwöchentli ien Zusammensein Abstand nahmen iml uns in Anlehnung an den Buik :stag der Jugendbünde auf mehrere Tage be- 3