Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3537599-3537794-3537796--6775-3544804- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kranz-Bund, A.H.B, der V.J.St. Hasmonaea, des Ruder-V.J.St. und des Sport-V.j.St. als selbständige Kartellorganisationen. Die genannten Bünde erhalten, sofern sie mindestens 20 Mitglieder haben, das Recht und die Pflicht, zum Kartelltag einen Delegierten mit Sitz und Stimme zu entsenden. Uebersteigt die Mitgliederzahl eines Bundes die Zahl 39, so sind 2 Delegierte zu entsenden. Die Zahl der Mitglieder der Alt-Herren-Bünde wird bei der Delegiertenwahl dem Bezirksverband Berlin von dessen Mitgliederzahl abgezogen. Die Funktion des Zionismus im deutschem Judentum. KarteHiag?referat von R i c h a i d L i c h t h e i m. Es ist eine allgemein zu beobachtende Tatsache im deutschen Zionismus, daß Unsicherheit über Weg und Ziel des Zionismus herrscht. Gerade das K.J.V. ist nuei der Platz, um immer wieder die Frage zu prüfen, warum wir Zionisten sind, und welche Funktion der Zionismus und besonders der Zionismus der K.J.V.er im deutschen Judentum hat. An die Spitze meiner Ausführungen möchte ich die These stellen, daß sich an den Grundlagen des Zionismus im Laufe der letzten Jahrzehnte nichts geändert hat. Ich betone dies, weil wir in späterem Zusammenhang sehen werden, daß manche Voraussetzungen des Zionismus sich dennoch geändert oder verschoben haben, daß infolgedessen die Art unserer Begründung zum Teil auch eine etwas andere geworden ist. Dennoch aber es -ist festzuhalten, daß die Basis unserer zionistischen Ueberzeugung vollkommen un erschüttert ist, und daß, in großen Zügen betrachtet, unser Zionismus genau der gleiche ist, wie vor 20 oder 30 Jahren. Welches sind die noch heute gültigen Grundlagen des Zionismus? Sprechen wir zunächst von der objektiven Lage der Juden als einer Gesanitheit, so ist es das bleibende Verdienst des Zionismus, die Westjuden gelehrt zu haben, daß die Politik einer Gesamtheit, eines Volkes nicht nach den Wünschen und Interessen abgesprengter kleiner Volksteile geleitet werden kann. Wenn Juden Politik treiben, d.h. für die Gesamtheit der Juden gegenüber der Welt auftreten, so müssen sie sich nach den Wünschen und Interessen der Gesamtheit richten. Da gilt es vor allem immer wieder, die Lage der großen Volksmassen im Ös^teir zu erkennen und richtig zu beurteilen. Zwar ist der Zarismus verschwunden, aber die Lage der östlichen Judenheit in Bezug auf äußere Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit ist nach wie vor sehr traurig, und von einer Konsolidierung dieser Lage kann noch lange nicht die Rede sein. Der Grundsatz unserer assimilatorischen Gegner, die Ostjudefrfrage im Osten selbst lösen zu wollen, hat sich nicht bewährt. Noch immer sind die Ostjuden ein Volk der Wanderung, noch immer lastet auf ihnen ein scharfer, ja unerträglicher Druck, in Polen wie in Rumänien und Rußland. Der von den assimilatorischen Gegnern des. 24