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Der jüdische Student · 1928-03-01 · Heft 1 (März 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 1 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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sie erfüllt ist, die ich an die Spitze dieser Ausführungen stellte: Neben der selbstverständlichen Erziehung zur zionistischen Gesinnung, der Vermittlung von Wissen und der politischen Schulung, muß jetzt wieder auf die menscliche Erziehung ein entschiedener Wert gelegt werden und zwar mit besonderer Betonung der Erziehung zur Männlichkeit. Es ist nicht nötig, an dieser Stelle im einzelnen anzugeben, mit welchen Mitteln das geschehen soll; nicht das Fehlen von konkreten Vorschlägen war die Ursache des Mankos in unserer Erziehung, sondern der einseitige Geist, von dem bis jetzt die Erziehung getragen wurde, und der wieder ein natürliches Korrelat finden muß. Wir verlangen von denjenigen führenden Bundesbrüdern, denen diese Seite menschlicher Erziehung nicht liegt, gewiß nicht, daß sie nun gerade diese zum Gegenstande von Fuxenstunden machen sollen. Wir verlangen aber von ihnen, daß sie die bagatellisierende Haltung gegenüber dem Verlangen nach menschlich untadeligem Verhalten, frischer gesunder Körperlichkeit und männlicher Haltung aufgeben und darüber hinaus, daß alle an der Führung und Wegweisung im Kartell beschäftigten Faktoren, offizielle Stellen und Personen nun auch positiv diese Forderung wieder voll Ernst, Ueberzeugung und mit Nachdruck betonen. Dann wird der Weg frei werden, daß diejenigen Bundesbrüder, die Neigung und Berufung haben, in dem hier vertretenen Sinne im Karteil zu wirken, auch die Wege finden, wie dieses Ziel im einzelnen zu fördern ist. Leben und Form des Kartells Von Martin Bab, (V.J.St. Hasmonaea, Breslau, a. B.) lieber Nacht sind wir ^in eine Formkrisis geraten. Ueberall erheben sich Stimmen, die auf eine Aenderung der allein dem K.J.V. eigentümlichen halbstudentischen Form bedacht sind. Wirklich über Nacht sind wir in diese Krisis hineingeraten. Denn noch auf dem letzten Kartelltag wurde der Gedanke, die alten studentischen Formen wieder einzuführen, als vollkommen utopisch und abwegig hingestellt. Machen wir jetzt den Versuch, Grund und Wesen dieser Formdebatte herauszustellen, so gelingt es uns vielleicht, die dieser Frage zukommende Bedeutung und damit auch das Maß der Kräfte, die wir zu ihrer Erledigung aufwenden müssen, richtig einzuschätzen. I Wir dürfen nicht von der Vorstellung ausgehen, daß die Form einer Gemeinschaft zufällig sei und nach Belieben bestimmt und geändert werden könne. Die Form einer Gruppe ist vielmehr abhängig von den in ihr geeinten Kräften, von der Herkunft, der Mentalität und den Zielen ihrer Menschen. Die geistige Situation formt die Menschen, sie wird mit der Form immer in einer Wechselbeziehung stehen müssen und ihre Erkenntnis wird leichter sein, wenn man die Form weiß, in welcher sie sich ausdrückt. Auf diese Weise wird man zum Verständnis des augenblicklichen angeblich reformbedürftigen Kartellstatuts kommen, dessen Abweichungen gegenüber dem vorhergehenden hauptsächlich in dem Verbot der Satis- 29

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