Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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alten Frage- und Antwortspiel, dem oft wirklich nicht so sehr ein klares, nationales Bewußtsein als gerade im Gegenteil eine ängstliche innere Unsicherheit in djem neuen im{mer noch etwas ungewohntem nationalen Kleide zu Grunde lag, kam zu der Frage: Ist die Sache auch nur ja jüdisch und nicht, Gott behüte, etwa anderen Ursprungs, die neue: Ist die Sache auch nur revolutionär und nicht etwa bürgerlich (oder studentisch oder reaktionär), und in dieser doppelten Unsicherheit aber auch der subjektiv sicher durchaus ehrlichen Meinung, damit im besten Sinne revolutionäre Jugend zu sein, warf man zunächst alles über den Haufen, was bisher innere Lebensform bei uns gewesen war. Nach einer Zeit greulicher Verwirrung und allgemeinen Unbehagens, das nur durch die bald getäuschte Hoffnung, es werde ja so etwas wie eine eigene neue uns gemäße Lebensform von selbst in unserem Kreise organisch erwachsen, etwas kaschiert wurde, ist allmählich ganz still ein enach der anderen der alten Einrichtungen soweit sie sich als notwendig zweckmäßig und durch besseres nicht) ersetzt war, erwiesen, wiedergekehrt: Konventgeheimnis, interner J. St., Inaktivität, Disziplin (oder vielmehr die Anerkennung ihrer Notwendigkeit), Unterordnung der Füxe unter die älteren Bundesbrüder; alles zeitweise mehr oder weniger Schreckbilder einer der revolutionären jüdischen Jugend unwürdigen Studentenhaftigkeit. Und wenn die Gelegenheit es so machte, dann stand hier und da auf einmal ein ganzer, respektabler K.J.V.er und zionistischer Führer da und leitete wirklich und wahrhaftig eine Kneipe. Also, was soll man tun? Hören wir zunächst mal auf, bezüglich dessen, was wir sein wollen, Experimente zu machen. Wir können und wir wollen sein: Eine zionistische Elitetruppe, Elite durch gleichmäßige, gründliche Vorbildung, gleichmäßige, unantastbare zionistische Gesinnung, und gleichmäßige untadelige Anständigkeit auf jedem Gebiete menschlichen Verhaltens, nicht im Sinne eines kleinen exklusiven geistigen Eliteklubs; allerdings noch weniger soll man durch schrankenlose Erweiterung des Rahmens aus dem K.J.V.ertum so etwas wie eine Volksbewegung machen wollen, was uns nie gelingen wird und auch garnicht wünschenswert ist. Das Wort, das man anläßlich des zweiten mißglückten Versuches einer Fusion mit dem Blau-Weiß hörte: „Ja, was soll denn aber aus den Leuten werden, wenn wir sie nicht zu uns herübernehmen!" ist hoffentlich damals zum letzten Male gesagt worden. Das K.j.V. ist eine Jugendorganisafion zur Erziehung eines bestimmten zionistischen Führer- und Kämpfertyps und nicht ein Rettungsasyl für herrenlos umherlaufende Zionisten. Was nach Vorbildung und Veranlagung zur Eingliederung in unsere Zielsetzung nicht paßt, retten wir doch nicht durch Aufnahme ins K.J.V. und wir gefährden nur durch Lockerung und Durchlöcherung des für uns nötigen straffen Gefüges unseres Bundes unseren* eigenen Bestand. Darum soll auch der akademische Rahmen grundsätzlich beibehalten werben mit der auf dem ersten Friedenskartelltag beschlossenen Erweiterung: Aufnahme solcher Nichtakademiker, die nach Voroildung und menschlicher Haltung zu uns passen und welche gerade aus zionistischer und palästinensischer Einstellung einen nichtakademischen Beruf ergriffen haften. Nicht ohne Grund sind in der ganzen Welt die führenden Politiker lum 27