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Der jüdische Student · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Date
1927-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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8 Zur Kartellarbeit der augenblicklichen Situation in Palästina haben viel stärker, als es den auch heute gegebenen Möglichkeiten entspricht, zu einer Schwächung des Palästinawillens und der Verbundenheit mit Palästina geführt. Wir werden die Beziehungen zu den lebendigen Kräften des Jischuw wieder enger zu gestalten haben und hoffen dabei auf die Unterstützung der palästinischen Bundesbrüder. Es ist hier nicht der Ort, im einzelnen auf die Möglichkeiten einzugehen, die wir zu sehen glauben, um von der Leitung aus die Palästinabereitschaft zu fördern und dem einzelnen bei der Vorbereitung iür die Uebersiedlung und bei der Eingliederung in den Jischuw zu helfen. Wir wrissen, daß unserer Arbeit erst dann letzte Bewährung zuerkannt werden wTird, wenn der Kreis von Bundesbrüdern, die beim Aufbau selbst unsern Bund repräsentieren, immer größer wird, und werden uns von dieser Erkenntnis bei unseren Bemühungen leiten lassen. Die Bedeutung der Politik wird sich im Kartell im wesentlichen nach zwei Richtungen hin auswirken. Die Ergebnisse und Spannungen der Politik werden dem Leben des Kartells die Reize der Aktualität und die Impulse geben, die wir für unsere Arbeit brauchen, sie werden Grundlage der geistigen Auseinandersetzungen sein, die wir führen müssen, wenn das Leben des Kartells nicht stumpf, langweilig und inhaltslos sein soll. Die zwingende Notwendigkeit: die objektiven Voraussetzungen des politischen Geschehens zu beherrschen, wird das Methodische und Inhaltliche unserer Unterrichtsarbeit entscheidend beeinflusen müssen und ihr die Anziehungskraft geben, die sie nur durch die unmittelbare Beziehung zu den lebendigen Kräften der Bewegung haben kann. Für den Einzelnen ergeben sich einmal die reichen Möglichkeiten des aktiven Eingreifens in die Politik selbst, und es wird unsere Aufgabe sein, möglichst viele unserer Bundesbrüder bereit und fähig zu machen, den Nachwuchs für die Träger der Politik zu stellen. Das kann und soll Ziel für alle sein, wird aber wohl nur von wenigen erreicht werden. Für die Mehrzahl unserer Bundesbrüder wird es sich in der Hauptsache darum handeln müssen, durch die Anteilnahme am politischen Geschehen, durch ständiges Orientiertsein und möglichst intensives Beherrschen der sachlichen Voraussetzungen politischer Fragenkomplexe den Zusammenhang mit dem Zionismus und der Bewegung nicht zu verlieren.- 5. Ich habe bisher nur von den beiden wichtigsten Gebieten gesprochen, auf denen wir konkrete, erstrebte und erreichbare Ziele für unsere Arbeit sehen. Es gibt deren noch viele andere, wohl nicht minder bedeutsame. Jeder kennt sie, und alle spielen bei uns eine Rolle. Viel zu sehr haben wir aber — meines Erachtens — übersehen, daß die Verwirklichung welches dieser Ziele auch immer Funktion der zionistischen Erfülltheit, des zionistischen Willens ist. Das Ausmaß und die Intensität der zionistischen Leistung, die der einzelne

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