Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Kartellarbeit 9 sidium und Verbindungen darstellen sollte. Das Präsidium berief aus Vertretern der Berliner Verbindungen und der Provinzverbände einen Verbindungsrat, der zweimal zu größeren Tagungen zusammentrat, und zwar im Dezember 1925 und im August 1926. Die Tagung im Dezember hatte im wesentlichen zwei Aufgaben zu erfüllen: einmal sollten die aktuellen Kartellfragen behandelt werden; es stand damals die Frage der Aufnahme der Hasmonaea, Riga, zur Debatte, und im Zusammenhang damit fand eine Diskussion über den Revisionismus statt. Über die Frage der Aufnahme der Hasmonaea, Riga wurden definitive Beschlüsse nicht gefaßt. Das Präsidium hat sich noch wiederholt hiermit beschäftigt, sich jedoch bisher nicht in der Lage gesehen, die endgültige Aufnahme der Hasmonaea, Riga zu vollziehen, da infolge technischer und finanzieller Schwierigkeiten bei der großen räumlichen Entfernung ein ständiges Zusammenarbeiten und eine Beeinflussung der Hasmonaea, Riga und die Herstellung eines geistigen Konnexes kaum möglich ist. — In ihrem zweiten Teil trug die Wintertagung den Charakter eines Seminars, in dem eine Reihe von instruktiven Referaten gehalten wurde. (Referate über die Frage von Erziehung und Unterricht im Kartell, über die Formen des Kariellebens, über die zionistische Bewegung — insbesondere der jüdischen Gesellschaft, zur Soziologie des Ostjudentums, ferner Fragen aus dem Gebiet der Palästinaarbeit}. Dieses Seminar vermittelte allen Teilnehmern außerordentliche Anregung. Allerdings müßten diese Tagungen systematisch in größeren Abständen stattfinden. Zum zweiten Male tagte der Verbindungsrat auf dem Camp in Bonn im August 1926. Diese Tagung war ausgefüllt durch die Diskussion über die Fusion mit dem Blauweiß. Erfreulich war an diesem Zusammensein der außerordentlich starke Besuch und die sehr positive Kartellstimmung, die alle Teilnehmer erfüllte. Neben diesen größeren Tagungen trat der Berliner Verbindungsrat mehrfach zu Sitzungen zusammen. Wir erwähnen von diesen Berliner Abenden einen Abend, auf dem Martin Rosenblüth über die zionistische Situation in Deutschland sprach, einen zweiten, auf dem Felix Rosenblüth über die Lage in Palästina referierte. In den letzten Monaten hat das Präsidium den Berliner Verbindungsrat nicht mehr einberufen. Wir werden dem Kartelltag neue Vorschläge für die Organisierung des Verbindungsrates, insbesondere auch des Berliner Kreises, machen. Außer auf diesen Tagungen versuchte das Präsidium, durch Besuche der auswärtigen Verbindungen den Konnex im Kartell aufrechtzuerhalten. Während der Berichtsperiode sind alle Kartellverbindungen ein bis mehrere Male von Präsidiumsmitgliedern besucht worden. Unser Hauptaugenmerk richteten wir auf die Belebung des geistigen Inhalts des Kartells. Es ist wichtig, daß wir uns immer