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Der jüdische Student · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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58 Audi ein Beitrag zur Altherrenfrage Von einem Alten Herren. Im folgenden soll nicht die Rede sein von Organisation* formen oder von Kompetenzabgrenzungen zwischen Altherren schalt und Aktiven. Hier soll einmal, zum ersten Male in diesen Blättern, von etwas anderem gesprochen werden, von dem, was für jene Frage die Voraussetzung ist, von den Menschen, die den Kreis, die Gesellschaft bilden, die herbeizuführen und aufzubauen inmitten einer anderen jüdischen Welt unser Streben und deren Vollendung in unserem Sinne unsere bestimmte Hoffnung war. Wir wollen sie uns ansehen nicht mit der schnellfertigen Überheblichkeit des nach wenigen Semestern den Intellektuellen und Überradikalen markierenden jungen Bundesbruders, sondern mit der Liebe, von der wir ja wohl noch immer ein Stückchen füreinander übrig haben, aber auch mit der rücksichtslosen Wahrhaftigkeit gegen uns selbst, die wir unserer Sache schulden, wenn wir es ernst mit ihr meinen. Und weil die Erörterung dieser Frage nur unserer Sache dienen soll, weil sie rein bleiben und nicht auf das armselige Niveau der Neugier nach Persönlichem und des Kartell klatsches herabgleiten soll, deshalb nennt der Schreiber dieser Zeilen seinen Namen und Wohnsitz nicht. Fragt nicht, wer ge meint ist. Niemand ist gemeint und soll getroffen werden; kein bestimmter Ort. kein Kreis, keine Person: seht Much an Eurem Orte in Eurem bundesbrüderlichen Kreise um. und meint einer, dafö das. was ich sage, auf st inen Kreis zutrefft», dann mag er es auf ihn beziehen oder mag sich selbst getroffen fühlen. Man hat einige Jahre vor dem Kriege gesagt, das Ziel der Erziehung im Kartell sei der zionistische Alte Herr und man hat das auch bestritten. Aber eines ist immer unbestritten gewesen, ob man es von offizieller Stelle aus lehrte, oder ob es der einzelne als etwas selbstverständliches fühlte: und man fühlte und wußte es als eine Selbstverständlichkeit: wir waren arn Werke, einen neuen jüdischen Menschen zu schaffen, nicht nur neu durch seine nationale Einstellung inmitten einer assimilierten und nach Assiniiüerung gierenden jüdischen Gesellschaft, sondern Menschen, die menschlich besser waren als diese, die wieder, und zwar in ihrer Gesamtheit, vor Stellung. Titel und Erfolg ein Ideal stellten, bereit, um dieses Willen Vorteile hinzugeben. Stolz zugleich und bescheiden, Menschen, die etwas wiedergefunden hatten, was dort, woher wir kamen, längst verschüttet schien: die E h r fu rc h t : die Ehrfurcht vor Dingen und die* Ehrfurcht vor sich selbst: und dieses war vielleicht das Beste und Teuerste, was wir unseren Menschen an Menschlichem gaben. Ja vielleicht die letzte Quelle alles dessen, wodurch sie besser sein konnten als die anderen. End wir sahen diese neue jüdische Gesellschaft heraufkommen,

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