Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Auszüge aus den Protokollen der Präsidiurossifrungen 223 Birnbaums Uebersetzerleistung muß, wenn die Gesamtausgabe Mendales vorliegt, einer eingehenden Würdigung unterzogen werden; für sein Verdienst, uns einen der größten Dichter des Ostjudentums nahegebracht zu haben, sei ihm schon heute unser Dank ausgesprochen. Dr. Adolf Lesehnitzer. Auszüge aus den Protokollen der Präsidiumssitjungen. Sitzung vom 9. September 1925. Foerder berichtet über den Kongreß des Weltverbandes zionistischer Hochschüler in Wien. Der Kongreß ist als mißlungen zu betrachten. Wir hatten den Eindruck, daß er geistig mangelhaft vorbereitet war. An den ersten beiden Tagen waren fast nur Permanenzausschuß- Sitzungen, im Plenum wurden nur zwei schwache Referate gehalten, an die sich außer über die Frage der Finanzen keine Debatte schloß. Das erste Inhaltliche war die Kritik, die Foerder in einer größeren Rede übte, in der er zum Schluß zum Ausdruck brachte, daß wir uns mit dieser Tagung nicht identifizieren können. Man hatte die Absicht, uns die Leitung des Verbandes zu übertragen und versuchte leidenschaftlich, uns umzustimmen, demgegenüber erklärten wir deutlich, daß wir die Mitverantwortung an einem solchen Kongreß nicht tragen könnten. Das sei nicht gleichbedeutend mit einem Austritt aus dem Verband, in dem wir abwartend bleiben würden. Foerder glaubt, daß Koalitionsmöglichkeiten mit einzelnen der im W.Z.K, organisierten Gruppen, wie Jugoslavien und Polen, bestehen. Foerder berichtet dann noch weiter über die inoffizielle Sitzung des Weltverbandes jüdischer Studenten, an der er und Loeb teilgenommen haben. Der Vorsitzende, Herr Steinig, legte in breiter Form Ziele und Aufgaben des W.J.S. dar, die in kulturellen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aufgaben bestehen. Im Mittelpunkt der Besprechung stand die Frage des Hausbaues auf dem Skopus, die vom Leiter des W.J.S. als sehr wichtig bezeichnet wurde im Hinblick auf die Entwicklung der Universität überhaupt. Wir haben zu dieser Angelegenheit noch nicht endgültig Stellung genommen. Weiter entrollt dann Foerder das Bild das Kartells, wie es sich uns in der letzten Zeit darstellt. Wir müssen endlich dazu kommen, die wirklich verfügungsbereiten Bundesbrüder zu einem engen Kreise zu sammeln. In der Keilarbeit des letzten Semesters sind wir ziemlich enttauscht; wir hatten im letzten Semester nur 50 Neuaufnahmen. Tn liberalen Kreisen und im K.C. haben wir wieder ernsthafte Gegner, die uns zwingen, die Auseinandersetzung mit der Umwelt wieder aktiv und energisch aufzunehmen. Die Altherrenarbeit bietet bei allen Schwierigkeiten große Möglichkeiten, wenn wir nur im Winter wieder energisch daran gehen. Palästinaaufgaben: Man solle sich hier keinen Illusionen hingebem Er wendet sich aber gegen die Auffassung einzelner Bundesbrüder in Palästina, die in den Ergebnissen des Kartelltags keine enge Verbindung des Kartells mit Erez-Israel sehen. Wir sind keine Galuth-Organisation und der Kartelltag hat dem durchaus Ausdruck gegeben. Wenn