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Der jüdische Student · 1925-10-01 · Heft 7 (Oktober 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 7 (Oktober 1925)
Date
1925-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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2*6 Neutralität und gewisse Gruppen des englischen Hochkonservativismus suchen» dieser Politik Schwierigkeiten zu machen. Die klerikalen Befürchtungen sehen in der Entstehung eines starken, neubelebten Judentums in Palästina einen Widerspruch zu gewissen Lehren der Kirche und eine Gefahr für ihren Herrschaftsbereich; die Diehards verachten in einer Art unbekümmerter, junkerhafter Minderbewertung das Judentum und sind nicht abgeneigt, seine aufbauenden Kräfte ernst zu nehmen. Die englische Regierung hat sich, namentlich den arabischen Widerständen ausweichend, nicht dazu entschlossen, dem jüdischen Kolonisationswerk die aktive Unterstützung durch die Staatsgewalt zu gewähren, die zur Zeit der Balfour-Deklaration in Aussicht genommen war. Aber den Grundgedanken der Politik der nationalen Heimstätte hat sie immer wieder bestätigt in zahlreichen Erklärungen, und auch dadurchy daß sie gegenüber Angriffen aus dem Völkerbund — wohin namentlich die katholischen Einflüsse ihren Weg gefunden haben — sich deutlich zu dieser Politik bekannt und der jüdischen Arbeit im Lande auch nach diesen Angriffen in vollem Umfange Freiheit gewährt hat. Natürlich wird ihre Position, auch gegenüber ihren Widersachern im Völkerbund, um so besser, je deutlicher die Ergebnisse der jüdischen Aufbauarbeit in Erscheinung treten. Daher mag die englische Regierung die starke Demonstration für den Gedanken der jüdischen Heimstätte, die die Eröffnung der hebräischen Universität in diesem Frühjahr darstellte, auch als eine Bestätigung ihrer eigenen Politik empfunden haben. Und auch die Reise des Professors Rappard, des früheren Direktors der Mandatabteilung des Völkerbundes, nach Palästina wird, wie seine anerkennenden Aeußerungen über das jüdische Kolonisationswerk erkennen lassen, dazu beitragen, daß das Palästina- Mandat bei der nächsten Prüfung durch die Mandatkommission eine günstigere Zensur erhält als im letzten Herbst. Die politische Bedeutung Palästinas ist mit dieser Darstellung höchst realer Vorgänge und Tendenzen nicht vollständig geschildert, weil sie eine Besonderheit der palästinensischen Entwicklung nicht genügend zum Ausdruck bringt: diese Entwicklung enthält einen Versuch, nachzuweisen, daß nicht allein Gewalt und Besitz, sondern auch die Kraft einer vom menschlichen Geiste diktierten Erkenntnis die politische Wirklichkeit nach ihrem Gesetze zu gestalten vermag. Die politische Gegenwart kennt ganz wenige Versuche dieser Art. Männer wie Balfour, Robert Cecil, Lloyd George, Ramsay Macdonald haben bei aller Intimität der Bekanntschaft mit der Alltäglichkeit des politischen Gewerbes genügend Verständnis für die Macht der idealen Forderungen, um die Bedeutung dieses Experiments zu würdigen. Sie wissen, daß sein Gelingen dem Reiche, das es gefördert hat, einen Zuwachs an Zuneigung, Lebenssicherheit und Kraft gegen feindliche geistige Mächte bringen kann; aber darüber hinaus kann hier der Begriff der Politik im allgemeinen in einer sinnvollen und menschenwürdigen Funktion gezeigt werden. Neutralität Von Hubert Pollack, Sport-V.J.St., Berlin. Der westeuropäische Zionismus der Vorkriegszeit war vorwiegend* — man könnte fast sagen ausschließlich — eine ideologische Angelegenheit. Nicht Beseitigung einer materiellen konkreten Judennot, nicht un-

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