Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Protokoll der Prasidiumssifrung vom 19. )uli 1925 181 Bbr. Foerder: Grundsätzliche Artikel über das Leben des K.J.V. werden immer den spezifischen Teil des J.St. ausmachen müssen. Man liest nicht alles andere in anderen Zeitschriften, allerdings waren wissenschaftliche Auseinandersetzungen in engerem Sinne von Leo Strauß auch gar nicht gemeint. Die Bücherbesprechungen sind besonders auszubauen, da unsere Bundesbrüder in einer gewissen Abgeschlossenheit leben und Anregungen für sie sehr wichtig sind. Bbr. F o e r d er weist noch darauf hin, daß außer dem J.St. ein Korrespondenzblatt erscheint, dessen Redaktion beim Präsidium liegt. Dieses ist besonders für interne Mitteilungen und Berichte bestimmt. Alle zwei Monate soll ein J.St. und in den dazwischenliegenden ein Koirespondenzblatt erscheinen. Bbr. Nachmannsohn wendet sich gegen die Vorschläge von Schwarz, die seiner Meinung nach das Niveau des J.St. verschlechtern würden. Der J.St. kann nur von Bedeutung sein, wenn er nicht nur die Fragen des K.J.V. behandelt, sondern wenn er wirklich alle Probleme, die uns K.J.V.er als Zionisten bewegen, behandelt und zwar sub spezie des K.J.V. Bbr. K a n o w i t z : Die J.St.-Debatte ist nötig, weil mit den Wandlungen des Kartells auch der J.St. sich wandeln muß. Der J.St. kann nicht besser sein als das Kartell. Er ist jetzt unecht, weil das Kartell lebendiger ist als seine Zeitschrift. Bbr. Paul Hirsch: Der J.St. hat zwei Funktionen: 1. die Erziehung der Bundesbrüder und 2. sei er Ausspracheorgan. Wir müssen jeder Richtung und auch jüngeren Bundesbrüdern die Möglichkeit geben, sich im J.St. auszusprechen. — Bei den Bücherbesprechungen solle man nur solche Bücher berücksichtigen, die zionistisches Interesse haben. Persönliche Nöte könne man nicht durch Bücher beheben. Bbr. Foerder: Für die Gestaltung des J.St. ist verantwortlich der Redakteur, im Zweifelsfalle die Redaktionskommission, die vom Präsidium bereits gewählt worden ist. Die Kommission hat das Recht, Artikel auch gegen den Redakteur abzulehnen. Letzte Entscheidung hat das Präsidium. — Wir werden natürlich auch Minderheiten im J.St. zu Worte kommen lassen, denn wir wollen keine geistige Verengung. In der Diskussion sei bisher zu wenig an die Palästinafragen gedacht worden. Man müsse möglichst konkrete Palästinafragen, Budget- Fragen, das Schulproblem etc. im J.St. besprechen. Gegen die Ausführungen von Paul Hirsch meint Bbr. Foerder: Der J.St. könne kein Ausspracheorgan für die jungen Bundesbrüder sein. Man solle erzieherisch dahin wirken, daß nur Bundesbrüder schreiben, die auch etwas zu sagen haben. Damit ist nicht gesagt, daß nicht auch gute Aufsätze von jüngeren Bundesbrüdern erscheinen können. Man ist von verschiedenen Seiten an uns mit der Bitte herangetreten, den J.St. zur Verfügung zu stellen. Der J.St. sollte vielleicht ein öffentliches Blatt werden. Zur Frage der Mitarbeiter meint Bbr. Foerder, daß grundsätzlich nur Bundesbrüder mitarbeiten sollten mit der Möglichkeit, Experten heranzuziehen. Leo Strauß schlägt vor, daß man Artikel, wie solche von Elbogen im „Morgen" im J.St. veröffentlichen sollte. Bbr. Hold heim ist dafür, den J.St. umzubenennen.