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Der jüdische Student · 1925-08-01 · Heft 6 (August 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 6 (August 1925)
Date
1925-08-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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180 Protokoll der Präsidiumssi^ung vom 19. Juli 1925 Tagesordnung: 1. J.St. Referent: Bbr. Leo Strauß. 2. Palästina- und Berufsressort. Referent: Bbr. Böhm. 3. Unterrichtsressort. Referent: Bbr. Nachmannsohn. I. J. S t. (Siehe Expose 1.) Leo Strauß führt in seinem Referat etwa folgendes aus: Der J.St.-Redakteur habe zwei verschiedene Aufgaben: 1. eine formal-organisatorische, 2. eine gestaltende. Zu 1. sei unbedingte Voraussetzung, daß man einen guten Mitarbeiterkreis gewinne, dies sei jedoch noch eine große Schwierigkeit. Der J.St. ist vor allem ein Erziehungs-, nicht nur ein politisches Organ. Er müsse deshalb neutral bleiben und den Bundesbrüdern die Möglichkeit geben, alle Richtungen kennen zü lernen. — Der J.St. muß sich immer wieder mit der zionistischen Ideologie auseinandersetzen. Zionistische Ideologie bedeutet hier Klärung unseres zionistischen Wollens. Unsere zionistische Entwicklung ist nicht abgeschlossen mit dem Eintritt in das K.J.V. Wir müssen uns immer wieder neu entscheiden, evtl. schon gewonnene Positionen anzweifeln, denn nur so ist ein moralisches Verhältnis zum Zionismus möglich. Wir sollten für bestimmte Gebiete Berichterstatter haben. Z. B. wäre die Orientierung über die großen weltpolitischen Probleme ungeheuer wichtig. Man müßte auch entscheidende politische Neuerscheinungen durch im politischen Leben stehende Bundesbrüder besprechen lassen. Für unsere Aufgaben auf kulturellem Gebiet wird die Vermittlung und Aneignung des traditionellen Bildungsstoffes notwendig sein. Wohl führt dies zu religiösen Fragen, deren Behandlung vielen unsympathisch ist, man muß sie aber einmal klären. Wir müssen aus dem Grunde unseres persönlichsten Lebens diese Frage stellen und können hier nicht auf die Entwicklung des palästinensischen Lebens warten; die Not des Einzelnen ist damit nicht überwunden. Wenden wir uns in einer persönlichen Not an Bücher, so müssen wir feststellen, daß es immer wieder nur europäische Bücher sind. Dies ist eine große Gefährdung unserer zionistischen Entscheidung. In diesem Zusammenhang gehört auch die geistige Auseinandersetzung mit Europa in den Aufgabenkreis des J.St. Die Gefahr einer literatenhaften Behandlung dieses Stoffes ist sehr naheliegend, es wird also eine besondere Auswahl nötig sein. — Schließlich wäre noch eine Rubrik „Umschau" aufzunehmen. Bei den Bundesbrüdern, die im ersten Teil mitarbeiten, muß man darauf dringen, daß sie sich bemühen, ganz klar und präzis die Bedingungen für die zionistische Entscheidung, wie sie im Kartell lebendig ist, darzustellen. Dies ist für die Keilarbeit notwendig, aber auch für die politische Erziehung der Bundesbrüder selbst. Die Bundesbrüder müssen ferner die Möglichkeit haben, innerhalb der vielen Bewegungen, aus denen sich der Zionismus zusammensetzt, ihre Orientierung zu finden. In der nun folgenden Debatte sprach als erster Bbr. Alfred Schwarz. Er fürchtet, daß die Artikel zu wissenschaftlich würden, so daß nicht alle den J.St. lesen könnten. Außerdem fände man solche Artikel auch in anderen Zeitschriften. Zweck des J.St. sei, die Stellung des K.J.V. in der zionistischen Organisation zu klären.

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