Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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- Kaunas 1× ep/1000678
- Riga 1× ep/1000826
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96 Rotizen ihr Judentum besonnen haben. Diese kurländischen Juden zeichnen sich durch vollendete Kultur und angenehmste Umgangsformen vor den aus Lettgallen und aus Polen-Litauen stammenden Juden aus. An e i n e m Tage aber waren alle Juden Rigas einig: Am Tage der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem. Das war kein Festtag, veranstaltet von irgend einer Partei, sondern es war ein Jörn tow für die ganze lettländische Judenheit. In der Synagoge fand eine wohlgelungene Feier in Gegenwart staatlicher und städtischer Behörden statt. Ansprachen in hebräischer, lettischer, jiddischer und englischer Sprache — der Gesandte Großbritanniens war anwesend — wurden gehalten. Zum Schluß sprach der Erstchargierte der Rigenser Hasmonäa in so vollendetem Hebräisch, frei von der Leber weg (alle anderen Redner hatten ihr Konzept auf dem Rednerpult zu liegen und lasen ab), daß die Zuhörer entzückt waren. In Gegenwart des diplomatischen Korps — auch der deutsche Gesandte in Lettland, Dr. Adolf Köster, war anwesend — fand im größten Saale Rigas alsdann ein Festmeeting statt, zu dem alle jüdischen Kreise Rigas erschienen' waren. Unsere neue K.I.V.-Verbindung Hasmonäa-Riga berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Die Rigenser Bundesbrüder besitzen das, was man Elan nennt, stellen bei Keren hajessod und Keren kajemeth Sammlungen und bei jeder zionistisch-kulturellen Arbeit ihren Mann, besitzen Disziplin und vor allem 95prozentigen Hebraismus; die Konvente werden in hebräischer Sprache abgehalten. Auf dem dritten Stiftungsfeste (26. April 1925) wurden zwölf hebräische Reden gehalten. Nun komme ich zum Kern meiner Ausführungen: Das Bestreben des K.I.V. müßte es sein, die zionistische Studentenschaft der Randstaaten in unsern Reihen zu sammeln. Dorpat (Estland) besitzt ebenfalls eine Hasmonäa, deren Mitglieder aus den angesehensten jüdischen Kreisen Estlands stammen. Wenn wir die national-jüdische Studentenschaft von Kowno, Riga, Dorpat und Helsingfors im K.I.V. vereinigen könnten, so wären diese K.I.V.-Verbindungen die Vermittlergruppen, um die isolierte zionistische Studentenschaft Sowjet- Rußlands, sobald dort demokratische Zustände herrschen werden, dem K.I.V.-Gedanken näher zu bringen. Notizen. Hierdurch machen wir darauf aufmerksam, daß das Lehrbuch „Messilah", das seit längerer Zeit vergriffen war, wieder zu haben ist. Bestellungen nimmt die Buchhandlung „Kedem", Berlin-Gharlottenburg, Dahlmannstraße 8, Tel. Steinplatz 11 141, entgegen.