Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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______ _ Aktuelle Probleme 171 Defiziirechnungen brauchbar, viele andere wie Daganiah, Merehawjah, obwohl sie, in erster Reihe unter dem Mangel an Krediten, nachdem sie insgesamt ungenügend von Anfang an ausgestattet waren, auch Meute schwer leiden, aber doch teilweise tatsächlich keine Defizite mehr haben; da dies aber ebenso für viele Privats'edlungen gilt, so bedeutet das, dass nicht die soziologische Form der Siedlungen an dieser Taisache schale! ist), wird der Kampf eröffnet, wobei man aber vergisst, die Bilanz der Privatberichte zu ziehen. Offenbar muss man eben die Vorbereitungszeit und die Bedingungen der Vorbereitung richtig einschätzen, und überhaupt zu einem Urteil zu gelangen. Aber die Grundlage dieses Kampfes ist in Wirklichkeit ganz wo anders zu suchen. Dahinter s'ecken all die Menschen, die an Bodenspekulationen interessiert sind, und die P. L. D. C. (Chewratnhachscharath-hajischuw), eieren Vertreter Ruppin ist, zu Fall bringen wollen; dahinter diejenigen Kreise, denen in der Selbsttätigkeit der Arbeiterschaft die Möglichkeit der Ausbeutung entzogen wird, und denen das Selbstbewusstsein der freien Arbeiter überhaupt unsympathisch ist. (B'ne Benjamin, die Kolonistensöhne, deren Organ ja vor allem „Doar Hajoin" ist). Und doch entwickelt diese freie Tätigkeit der Arbeiterschaft eben in diesem Sommer dasjenige Werk, an dessen Gelingen man bisher auch innerhalb der Arbeiterschaft selbst verzweifelt ist: Die Eroberung eben dieser Kolonien, eben dieses Petach-Tikwah, Chederah und Rechowoth, für die jüdische Arbeit. Ich spreche nicht vom Tabakbau, der über 1200 jüdische Arbeiter nach Rosch-Pinah, Jawniei und Chederah geführt hat, und noch weitere Tausend geführt hätte, wenn nicht ein gleich zu erörterndes politisches Hindernis, das Ausbleiben der Alijah, bestanden halle: ich spreche von dem Findringen der Gruppe „Maawar" (Uebergang) in Stärke von 200 Mann nach Petach-Tikwah, die auf. der Grundlage einer eigenen kleinen Wirtschaft die Aufgabe sich stellte, in strenger Selbstdisziplin und Organisierung die Arbeiten der Kolonie in Akkord zu übernehmen, statt der vereinzelten, undisziplinierten Tagelöhner, denen kein Bleiben möglich war vor der Konkurrenz des angesiedelten Arabers. Heule arbeiten in Petach-Tikwah, nun schon viele. Monate lang, S0O, in Chederah 250 jüd:sche Arbeiter, nicht mehr unter Aufsehern, sondern in freier Arbeit; nur wo die Arbeileischaft bisher nicht zu der neuen Form der Organisierung gefangen konnte, aus äusseren Grinden oder aus Mangel geeigneter führender Menschen, so in Rischon und Rechowoth. wo sich auf Grund der Erfahrungen' von Petach-Tikwah jetzt ebenfalls eine derartige Gruppe organisiert, linden sich neben Tausenden arabischer — wie bisher, auch jetzt nur zwei bis drei Dützen*i jüdischer Arbeiter. Neuer Geist, neuer Wille belebt die besten Kräfte des Arbeiterjischuw: neue Losung .,nach den Kolonien" ertönt; und typisch ist es, dass zum eisten Male in diesem Sommer eine Zeitschrift mit dem Namen „Re^ew*4 (Etdscholle) erscheine, herausgegeben von den jüdischen Arbeitern l\tach-Tikwahs und Chederahs, »us deren Zeilen es wie ein Haue!; der alten Chaluziuth der Schorn- 12*