Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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170___Aktuelle Probleme lei Zusammenhang mit den realen Verhältnissen und der Kräftever-;eilung im Jischuw selbst haben. So wird z.B. der Misrachi, — in Erez Israel eine Bewegung ohne Bedeutung und Menschen und, sowe.t er wirksam ist, naturgemäss reak.ionär und arbeiterfeindlich im zionistischen Leben bedeuisam, we 1 es im GaUuh viele Misrachisten gibt, die dort sogar Sozialdemokraten sein und in Worten reden können, die in Erez Israel keine Spur von Verwirklichung finden. Wir sehen darin nicht e:nmal bösen Willen, sondern den naturgemässen Linierschied der Stellung in der Galuth und in Erez Israel einer an sich reaktionären Wehanschauung zu den Problemen des Alltags. Unter dein Aspekt solcher Einflüsse gesehen, bleibt es notwendig, immer wieder wenigstens die Tatsachen klarzustellen und zu betonen, auch wenn man sich bewusst ist, wie klein die Wirkung naturgemäss nur sein kann. Die zionistische Verwirklichung h?issc Aufbau des Landes, und nur diejenigen Kräfte haben Bedeutung, die den Aufbau wirklich leisten. Das ist banal und scheint jedem Zionisten unmittelbar einleuchtend; und doch bedeutet in der Praxis die unter der Losung des freien Spiels der Kräfte und unmittelbaren Rentabilität geführte Campagne, die von der Redaktionsstube des „Dcar Hajom" bis nach Polen und Amerika, ja bis in die Exekutive hineinreicht, nichts weiter als der vereinte Kampf, die wirklichen Aufbaukräfte brachzulegen. Der Kampf des Doar Hajom gegen Ruppin entpuppte sich immer mehr als ein mit allen Mitteln' gegen die Arbeiterschaft geführter Klassenkampf; und alle, die sich an diesem Kampf beieiligen, ob auch scheinbar unter verschiedenen Motiven, führen in Wirklichkeit diesen Kampf in einer Front mit diesen Kräften, die iagtäglich am Werke sind. Es ist gar keine Frage, ciass diese Angriffe der Goldberg, Gottlieb usw. bezwecken, zur Freude des „Doar Hajom", ein System an die Stelle des heute wirkenden zu setzen, das die freie Selbsttätigkeit und den Einfluss der organisierten Arbeiterschaft ausschalten soll, und dass die^e Campagne diejenigen Kräfte, .die als einzige den Aufbau tragen, zu unterminieren beabsichtigt. „Doar Hajom" und seine Hintermänner wellen das und geben zu, dass sie es wollen. Die Frage ist, wie sich die Angelegenheit für diejenigen stellt, die viel verhüllter zu Werke gehen. Es handelt sich im letzten Grunde um nichts weniger als darum, den jüdischen Arbeiter, den Träger und Erbauer von 43 Siedlungen im Lande, und den Schöpfer des grössien Bauunternehmens „Solei Bönen", des einzigen von Bedeutung, sowie vieler anderer produktiver Leistungen als Schöpfung aus eigener Kraft, unter die Fuchiel der Arbeitgeber zu zwingen, die ■ reie schöpferische Tätigkeit, die von Kinereth, Daganiah und Merchawiah bis nach Ejn-Charod und Tel-Jcsef geführt hat, zu brechen, und das System der Kwuzoih, das aliein der Entwicklung des Landes angepasst ist und Schöpfung in Freiheit werden iässt, zu fällen. Der Arbeiter ist der wirkliche Träger des Aufbaus; und unter der Ausrede, dass de landwirsehafflichen Be;riebe sich nichi selbst tragen (die Mehrzahl ist 2- 3 jähre alt, also in Wirklichkeit noch nicht für