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Der jüdische Student · 1924-04-01 · Heft 4-5 (April 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 4-5 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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100 Körperliche. Erziehung im K. J. V. nen und Sport darüber einig, dass die körperliche Erziehungsarbeit, die in dem abgelaufenen Jahre von beinahe al.en Korporationen sehr vernachlässigt wurde, nun wieder energisch in Angriff genommen werden muss. Die Gesichtspunkte, die unseres Erachtens hierfür massgebend sind, sollen hier kurz angedeutet werden. Das Präsidium hat sich auf einer der letzten Sitzungen mit diesen Dingen beschäftigt und legt seine Beschlüsse in Fonn von Thesen den Antrittskonventen zur Annahme vor. Grundlagen Ohne dass es einer besonderen Erklärung bedürfte, liegt in den jetzt wieder so gern zitierten Anfangsworten unseres Kartellsprogramms: „Das K.J.V. will seine Mitglieder zu Männern erziehen" die Verpflichtung einbeschlossen, auch für die physische Ausbildung unserer Bundesbrüder Sorge zu tragen. Zu allen Zeiten und bei allen Völkern war der Idealtyp des Mannes durch die Harmonie zwischen seinen geistigen und körperlichen Kräften, die kommunizierende Ergänzung der einen durch die andere bestimmt. Männlichkeit heisst also Ganzheit an Geist und Körper, Erziehung zur Männlichkeit erfordert folglich die Anwendung geeigneter Mittel zur Erreichung dieses Zieles. Die Beschaffenheit dieser Mittel wird je nach der nationalen und sozialen Zugehörigkeit des zu Erziehenden verschieden sein müssen, sie wird zum Beispiel, beim Bauer anders aussehen als beim Grossstädter. Der Bauer, der den ganzen Tag körperlich arbeitet, muss eine Ergänzung seiner Erziehung nach der geistigen Seite hin erfahren, der Grosstädter hingegen bedarf aus ersichtlichen Gründen eine Ausbildung seiner physischen Kräfte. Das jüdische Volk ist, üm das vorauszunehmen, zum überwiegenden Teile, auch dort, wo es auf dem Lande lebt, ein städtisches, in Westeuropa und Amerika ein fast ausschliesslich grosstädtisches Element. Zionistische Erziehung im Galuth, speziell in Deutschland, heisst also die Bedingungen der Grossstadt kennen und ihren Schäden entgegenwirken. Leben in der Grosstadt .bedeutet Leben ohne und gegen die Natur, bedeutet einseiige Spezialisierung statt harmonischer Vollendung, hypertrophierte Ausbildung des Intellektes, Vernachlässigung des Körpers! Solange es Grosstädte 'gibt, solange sucht auch die Menschheit nach Mitteln, um das verloren gegangene Gleichmass der Kräfte wieder zu gewinnen. Der radikalste Weg war der von Roussau vorgeschlagene und von Tolstoi durchgeführte: Die Rückkehr zur Natur. Erst dem Zionismus ist es gelungen, diese Idee aus der Sphäre wehflf.clYiger Romantik zu befreien und in den Dienst einer lebendigen Volksbewegung zu stellen. Die Ergreifung eines landwirtschaftlichen Berufes wird und kann jedoch nicht für jeden möglich sein, aber auch der Stadtbewohner ist in der Lage wenigstens ab und an „aus dem Druck von Giebe'n und Dächern, aus der Strasse quetschender Enge" ans Licht gebracht zu werden. Wie nötig er das hat, gleichgültig, ob er Hand- oder Kopfarbeiter ist, bedarf eigentlich keiner Worte. Stat langer Ausführungen sei hier nur ein Satz

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