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Der jüdische Student · 1924-04-01 · Heft 4-5 (April 1924) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 4-5 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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93 Zur Nachwuchsfrage schaftsieben bei uns im Kartell beohachtet, kann immer wieder feststellen, welche belebende Wirkung neue Menschen ausüben. Dort, wo die Mannigfaltigkeit zionistischer Entwicklungsstufe, wo die Menschen in ihren verschiedenen „K.J.V.-Phasen" Aufgaben stellen, die jeden, der sich in unserer politischen Gedankenwelt heimisch fühlt, reizen und sein volkspädagogisches Interesse fesseln sollten, dort werden unsere Menschen kopflos. Ihre Theorien zeugen dann von Flatterhaftigkeit und Nervosiiät, die dahin führt, dass der „Schwerpunkt" des K. J.V. dauernd wo anders hin verlegt wird. Die Fülle der Aufgaben und Erscheinungen richten oft unglaubliche Verirrungen an. Anstati dort, wo man sich schwach fühlt und glaubt vielen Dingen nicht gewachsen zu sein, alles zu vereinfachen! und zu Complizieries zu ent- -chifferenzieren, verbeissen sich unsere Bundesbrüder in ihrer Angst :,ungeistig" zu werden, in Themata, die vor Groteskem strotzen. So nur kann man sich's erklären, weshalb von Bundesbrüdern die ehrlich glauben, etwas besonderes zu Jeisien, die elementarsten Forderungen des Kartells, unerfüllt lassen werden, Forderungen, wie die Werbearbeit, die Erlernung des Hebräischen. Wir müssen dauernd dahin wirken, dass man sich im Kartell darüber klar wird, dass die Ketie der Generationen die verschiedensten Entwicklungsstufen eines zionistischen Werdeganges aufsetzen muss und dass man dafür zu sorgen hat, das fortgesetzt sich die Kette von unten mit der niedrigsten zionistischen Entwicklungsstufe zu ergänzen hat. Je bunter die Generationsreihe, um so anregender wird das Leben in den Gemeinschaften und um so lebendiger die geistige Wechselwirkung sein. Das gewaltsame Abbrechen der Generationsreihe und das Sich abkapseln um „erst einmal klarer" zu sehen, führt nie zum „Klarsehen", das es ein „Klarsehen", wie es sich die Verfasser jener Theorien vorstellen, nicht gibt; das Ergebnis solcher Theorien ist in praxi ein Verzicht auf Nachwuchs, ohne den unsere Arbeit stagniert. Verzicht auf neue Menschen bedeutet den Tod unserer Bewegung. Wie werben unsere Bundesbrüder? Warum hört man immer wieder, dass es nicht gelungen sei, diesen oder jenen intelligenten jungen Menschen zu gewinnen? Selten liegt es daran, dass der Aussenstehenrfe, wenn er charakterlich und seinem Intellekt nach geeignet ist, immun gegen unsere Ideen ist. Hat man Gelegenheit an einem Werbeabend die Bemühungen unserer Bundesbrüder zu sehen, so beobachtet man in allermeisten Fällen, dass von der Ueberlegenheit' des zionistisch fundierten Menschen gar keine Rede sein kann. Nicht, dass die Bundesbrüder durch die Darlegung des Nicht-Zionisten lahmgelegt werden, das Uebel beim „Keilen" besteht darin, dass viel zu kompliziert argumentiert wird. Die Worte Kultur, Ethik, E;hos, Wietsche, Goethe usw. sollten nur von dem so überzeugungstreu ins Treffen geführt werden, die sich stark genug fühlen, solche zum Teil recht schwierigen Diskussionen zu beherrschen. Unerträglich ist es, wenn diese Wor.e nur so durch die Luft schwirren, ohne dass es einem Menschen, dem unsere politisch-kulturelle Begriffswelt fremd ist, auch nur einen Moment klar wird, was der heilig redende Apostel

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