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Der jüdische Student · 1924-04-01 · Heft 4-5 (April 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 4-5 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Aus dem Referat von Herbert Foerder S9 tieferem Sinne als unentwickelte. Dazu kam, dass der Weg, den die Führer führten, zwar auf das Ziel mündete, aber fast schien es so nicht aus innerer Notwendigkeit, mehr aus Zufall, dass er gegangen wurde unter Verletzung jeglichen jüdischen Instinkts. Wir mussten es verstehen, dass Menschen, die wirklien noch in jüdischer Tradition und Kultur, in jüdischen Zusammenhangen standen, nicht jene als Erneuerer ihres Schicksals, als ihre Fonsetzer ansehen konnten, die Werden und Wesen ihres Volkes vergessen zu haben schienen, die all dem diametral entgegenlebten, was man als gesichertes jüdisches Gut unstreitig erkannte, bei dem man das klare Gefühl hat, dass es bei Neugestaltung unseres Volkstums, vielleicht in geänderter Form aber doch unter Unterhaltung der Grund-Substanz fortleben würde und müsste. Seitdem hat sich vieles geändert und gebessert. Diese freudige Erkenntnis vermögen auch einzelne immer noch vorkommende Fehlgriffe nicht zu trüben. Mit Genugtuung haben wir kürzlich in den BlauAVeiss-Blättern den Artikel gelesen, der die Uebernahme des wesentlichsten Teiles unserer Ideologie für die Korporation bedeutet. Eo ipso wird dadurch, dass wesentliche Unterscheidungs- und Streitpunkte zwischen beiden Verbänden fortgefallen sind, ein ruhiges Nebeneinander ermöglicht. Schwerer war uns die Abgrenzung zu einer andern Gruppe, dem sogenannten Frankfurter Kreis. Schwerer, weil menschliche und persönliche Bindungen vielfacher An die notwendige sachliche Abgrenzung erschwere. Waren es doch unsere Freunde, unsere Bundesbrüder, unsere Menschen, die durch unser K.J.V. geschaffen, die es verliessen, als eine vielfache Mehrheit ihnen auf ihrem Wege keine Gefolgschaft leisten konnte, noch wollte. Ihre Erziehungspriruzipien sind für die Gesamtheit unannehmbar. Ein persönliches Erlebnis, dass sie die Gestalt ihres von allen, die ihn kennen durften, tief verehrten Lehrers erleben Hess, jenes Fühlen der Stärke religiöser Bindungen, ein seiner Art nach Einmaliges von der bestimmten Individualität des Empfangenden Abhängiges, konnte nicht zur Erziehungsgrundlage für eine Mehrheit von Menschen werden. Unsere Einwände liess man unbeantwortet. Wir setzten jener Meinung die unsrige gegenüber, wandten ein, dass Kultur als Niederschlag vorhandenen Lebens nicht vor diesem geschaffen werden kann, nicht durch Lernen, nicht durch Erkenntnis. Wir legten dar, dass unsere Menschen, in denen Sehnen nach kultureller Vertiefung ihrer nationalen Einstellung ein ebenso tiefes ist, hier zunächst auf Erfüllung verzichten müssen, bis das politische Werk weier gefördert ist. Dieser unser Standpunkt ist und muss unverändert sein. Wir wollen uns intensiv um das vorhandene, die unendlichen Schätze der Vergangenheit bemühen, um uns vorzubereiten auf das neue Werdende, um einen nötigen geschichtlichen Zusammenhang zu gewinnen, aber doch ohne Anspruch hierdurch schon jetzt das neue zu gestalten. Wir hatten gehoift, dass jene Separation wenigstens eine wirklich beide Teile fördernde Auseinandersetzung nach sich ziehen werde. Geisäge Erkenntnisse von wirklicher Intensität pflegen niemals in iso-

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