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Der jüdische Student · 1924-02-01 · Heft 3 (Februar 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 3 (Februar 1924)
Date
1924-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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43 i:trer Etappen erinnern, weil sie gezwungen gewesen waren, zu ihr Stellung z-: nehmen, mochte diese nun Freundschaft oder Kampf sein. Wir erfuhren roch einmal, wie schwer der Aiirang gewesen war, als einige zionistische Studenten aen Mut fanden, sich zu einer zionistischen Verbindung zusammenzutun im Gegensatz zu ihrer ganzen Umgebung, die sie mit Hohn und Verachtung vernichten zu können glaubte. Wir sahen, wie sie sich allmählich Anerkennung errangen, bis sie ein Faktor wurden, mit dem man rechnen mußte, bis sie, wie heute, Führer sein konnten. — Den Höhepunkt" dieser Veranstaltung bildete eine Rede Kurt Blumenfelds, der als alter „Maccabaeer" auch zu diesem Feste erschienen war. Er gab uns in seiner Rede, die auf Bundesbrüder und Gäste einen gleich starken Eindruck machte, trotz seiner langjährigen Abwesenheit von Königsberg ein rechus Bild des Geistes, der früher dort herrschte und noch heute herrscht. Die schönste Veranstaltung war der Festtrunk, der am letzten Abend alle Bundesbruder, die erschienen waren, noch einmal vereinigte. Hier kam der Wert unserer Tradition besonders zum Ausdruck. Es war möglich, eine Kneipe, wie sie nur noch die Älteren aus den Zeiten der BJC-Verbindung kannten, zu machen, die Ältere und Jüngere» denen dies bislang eine unbekannte, veraltet erscheinende, bespöttelte Einrichtung früherer glücklicherer, aber auch leichterer Zeiten zu sein schien, bis in die späte Nacht in größter Fröhlichkeit zusammenhielt. Dns alle hat die Festtagung wieder recht zuversichtlich gestimmt, als wir die Krall sahen, die von dort ausstrahlte und deren Zauber alle die, welche zum ersten.Male dort waren, mit unwiderstehlicher Gewalt mitriß- Wir betrachten diese Tage in Königsberg als ein gutes Vorzeichen für das Kartell in seiner neuen Entwicklungsperiode, der jetzt gerade durch die Erstchargiertentagung die Richtung gegeben werden soll. Wir danken den Königsbergern für diese Tage, die ein Ausdruck jener ' "raft waren, die in dem Kartell immer noch vorhanden ist und bald wieder die Schwierigkeiten und Nöte, unter denen wir eine Zeitlang zu leiden hatten, überwinden kann und überwinden wird, wir wünschen dem ganzen Kartell und unserer „Maccabaea", daß sie in demselben Geiste wie bisher weiterhin dem Kartell Vorbild und Fahrerin sein möge. Bejahung des Kartells Wer in diesen Zeilen etwas „Neues", im Kartell noch nie Gesagtes zu finden hofft, wird sich täuschen. Es gibt jedoch alte Dinge, die man immer und immer wieder sagen muß, weil sie „Wahrheiten*4 enthalten, die von absolutem Wert sind. Wir in Hamburg haben uns fünf Jahre lang um eine Verbindung bemüht, die bisher diesen Namen kaum verdiente. Jetzt glauben wir endlich von -dem Nebel, der lange Zeit unseren Besten das freie Blickfeld für das Wesentliche ihres zionistischen Lebens raubte, nicht mehr behindert zi! sein. Und weil wir nach ungeheuren Mühen wirklich eine VJSt. bei uns haben, deshalb glauben wir, uns an das Karteil wenden zu dürfen, um seine Kräfte wieder wecken zu helfen. Es zeigte sich deutlich (in den letzten vier Monaten etwa), daß diejenigen Unrecht hatten, die überall bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit riefen: „Das KJV. ist tot." Es waren gewiß nicht diejenigen, die in der allerletzten Zeit so nahe an seinem Puls waren, daß sie sein Schlagen noch hätten fühlen können. Das KJV. erwachte in demselben Augenblick, in dem einige Wenige wieder-den Mut hatten, diesen Menschen esfgegexizürufen: „Wir aber wollen, daß es lebt.4* Es ist viel leichter, zh resignierer» als durchzuhalten, aber wir müssen durchhalten, weil wir

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