Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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*3 beilüden. Jedoch gibt es eine Menge Arbeit m leisten, bei -der Sie uns außerordentlich helfen könnten. -Wir haben" es immer sehr vermißt, daß die verschiedenen Aufgaben der Ostiudenirage, vor allen Dingen der richtige Schutz bei Verhaftungen »und Ausweisungen, aber auch die 'Belehrung der Flüchtlinge über die gesetzlichen Bestimmungen; zwar-a-n vielen Orten, an denen wir keine Fürsorgesielien er rieht ei haben, von einzelnen Zionisten geleistet wurde, daß jedoch im ganzen kein Zusammenhang dieser uns oftmals unbekannten Mitarbeiter und besonders keine ausreichende Informiertheit und Fühlung mit der Zentrale bestand. Wir würden es daher sehr begrüßen, wenn diejenigen ihrer Mitglieder, die als Rechtsanwälte öfters mit derartigen Fragen zu tun haben, als besonders Beauftragte für soziale Ostiudeiiarbeit durch Vermittlung Ihres Präsidiums dauernd von uns über die politischen und rechlichen Voraussetzungen der Arbeit informiert werden könnten. Wir würden dann damit rechnen können, bei einer notwendigen Intervention an Orten und zum Eingriff bereite Mitarbeiter zu haben. . . . Es muß demgegenüber betont werden, daß stets Bundesbrüder im Arbeiterfürsorgeamt bzw. Arbeitsamt mitgearbeitet haben. Die Tätigkeit des A. F. A. erfordert aber weiter eine direkte Einflußnahme auf.die maßgebenden Behörden. Wir nehmen am daß im Kreise der Alien Herren des K. J. V. eine große Anzahl zu finden ist, die persönliche oder sachliche Beziehungen zu Regierungsstellen, politischen Parteien,, der Presse usw. besitzen. Eine Zusammenfassung dieser im öffentlichen deutschen Leben stehenden »Männer ist mich hier eine Vorbedingung für eine Arbeit im einzelnen. - Da das A. F. A. jedoch nicht nur mit polizeiliche» und rechtlichen Angelegenheiten, sondern vor allen Dingen sich mit wirtschaftlichen Produktivierungsmaßnahmen befaßt, so sind wir nicht nur auf den behördlichen Verkehr mit den Landesarbeitsämtern, örtlichen Arbeitsnachweise -usw."" angewiesen, sondern müssen, gerade in den außerordentlich wichtigen Fragen der Regelung des Rechtes der. ausländischen Arbeiter, dauernd Fühlung sowohl mit den Gewerkschaften wie mit den Arbeitgeberverbänden nehmen. Da in ihrem Kreise sicherlich eine Anzahl von' Syndici industrieller Verbände vorhanden ist, so ergeben sich sicher auch hier die gleichen Möglichkeiten wie bei den oben genannten Fragen. Die Unterbringung der in Deutschland befindlichen Ostjuden in produktiven Berufen erfordert eine weitgehende Bereitwilligkeit der Arbeitgeber, trotz der augenblicklichen schwierigen gesetzlichen Bestimmungen Ostjuden als Arbeiter einzustellen. Wir halten es für. außerordentlich--wichtig, daß der Einfluß der Altherrenschaft des K. J.V. auf wirtschaftliche Unternehmungen in voller Kraft dahin ausgenutzt wird, daß alle für ausländische Arbeiter erreichbaren Arbeitsplätze für die Unterbringung ostjüdischer Arbeiter zur Verfügung gestellt werden. ' Sie werden sicherlich, wenn Sie die Außenarbeit Ihrer Mitglieder zentral organisieren'wollen, nicht auf ein Mitteilungsblatt oder eine fortlaufende Reihe von Rundschreiben verzichten können. Wenn es Ihnen gelungen ist, in Ihrem und unserem Sinne tätig zu sein, dann werden wir sofort daran gehen können, den dann geschaffenen Kreis fortlaufend über die allgemeinen Gesichtspunkte und die aktuelle Situation zu informieren und werden dann zwecks Erledigung der Einzelfälle uns direkt mit ihren Mitgliedern in Verbindung setzen können. Wir erwarten daher von Ihnen eine .Liste derjenigen, die auf Grund ihrer beruflichen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen für unsere Arbeit geeignet und die bereit sind, mit uns zusammen zu arbeiten/'. . Schließlich hat uns noclr Bbr. Fritz Löwenstein auf unsere Anfrage nach organisatorischen Betängrmgsmöglichkeiten auf kulturellem Gebiete folgendes mitgeteilt: '' .,1. Der jüdische Schulvereinbietet sehr wohl noch Arbeitsmöglichkeit für Bundesbrüder, Es handelt sich a) um Aufbringung von finanziellen Mittein (d. h. Besuche macheu;-/erfordert keine besonderen kulturellen Vorkenntnisse):