Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Ahherreiiarbuit es schwerlich einen Alten Herren gibt.-der nicht auf einem der vielen indischen Arbeitssebieten -Nützliches leisten könnte, ohne sich dabei äußeren Zwang auferlegen zu müssen. In den wenigen Fällen, bei denen es anders liegen sollte, muß allerdings von Alten Herren des K. J.V. verlangt werden, daß sie ein Opfer bringen. — — —Nur in diesem Fall kann von einem Opfer gesprochen werden. Das Altherren-Präsidium hat sich bei dem Versuch, die zionistische Berliner Tätigkeit Alter Herren zu organisieren, an eine Reihe zionistischer und nichtzionistischer Organisationen mit der Bitte, um Mitteilung gewendet, welche Arbeitsmöglichkeiten für unsere Alten Herren vorbanden seien, im folgenden sollen die Antworten, sofern sie von allgemeinerem Interesse sind, inhaltlich wiedergegeben werden. . Die Bezirksgruppen der B. Z. V. klagen übereinstimmend über die völlige Einstellung ihrer Arbeit infolge des Fehlens unserer Altherrenschaft. In ihren Forderungen sind sie sehr bescheiden. Sie erklären, daß es bereits ein Fortschritt wäre, wenn die Bundesbrüder zu den Gruppen-Veranstaltungen erscheinen. -Im Uebrigen weisen sie mit Recht auf das große Tätigkeitsgebiet hin. daß die Gruppen-Arbeit bietet, w-ie Propagandatätigkeit. Abhalten von Vorträgen und Kursen, Keren Hai essod-Arbeit, N. F.-Arbeit. Vorstandsarbeit der Gruppen und anderes. Ein -in der Berliner Jüdischen Gemeinde tätiger Gesinnungsgenosse hat uns auf unsere Anfrage folgende im Auszüge wiedergegebene Antwort erteilt: ,.Arbeitsinög]ichkeiien auf jüdischen Gebieten gibt es natürlich in der Gemeinde eine Menge. In Betracht kommt in erster Linie die Tätigkeit in den verschiedenen Verwaltungskommissionen und zwar entweder auf den Gebieten des rein religiösen Lebens (Ritual-Verwaltung. Synagegenverwaltung) oder auf dem Gebiete des Wohlfahrtswesens in seinen verschiedenen Zweigen. Die Beteiligung an gemeindepolitischen Aktionen kann für diejenigen, die nicht Vorstandsmitglieder oder Repräsentanten sind, nur in einem sehr beschränkten Maße innerhajb der Gemeindeverwaltung ermöglicht werden, weil diese Aktionen ein Reservat der beiden Körperschaften sind. Der Umfang der Tätigkeit ist natürlich sehr verschieden und kann unter Umständen auch sehr groß sein, Es gibt dabei V- Nationen von bloßer Teilnahme an Sitzungen bis zu intensivster Anteilnahme an den Aufgaben einzelner Kommissionen. Dabei denke ich besonders an das Wohlfahrtswesen, das durch die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Abfertigung.des Publikums und durch die Recherchen unter Umständen sehr viel Zeit beanspruchen kann. Es hat aber der Einzelne immerhin in der Hand, bei Bestimmung des Arbeitsumfanges das Seinige beizutragen. Es ist außerordentlich wünschenswert, wenn recht viele unserer Leute in die Gemeindeverwaltung eintreten. Der Einfluß, den der Einzelne ausüben kann, ist theoretisch gar nicht abzuschätzen. Er kann, wie in manchen Fällen erwiesen, außerordentlich bedeutsam sein. — Ich empfehle, eine genaue Liste der Herren, die sich in der jüdischen Gerne'nde betätigen-wollen, anzufertigen mit Bezeichnung des Arbeitsgebietes, das sie wählen wollen-'4 — Die diesem Schreiben beigefügte Liste der Verwaliuiigskommission der jüdischen Gemeinde bringen wir zur Orientierung der Bundesbrüder ebenfalls zum Abdruck. Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands hat uns auf unsere Anfrage folgendes erwidert: ..Wir sind Ihnen für Iii reu Brief vom. 2. 3. außerordentlich dankbar. Leider haben Sie sieh, gemessen an den Anforderungen der Ostjudenarbeit, zu spät entschlossen, Ihre Mitglieder für unsere .Institutionen zu interessieren, als daß.diese noch für die wichtigsten Betätigungen in unseren] Sinne, nämlich als hauptamtliche Beamte unserer Organisation in Frage kommen könnten. Während wir noch vor wenigen Monaten dringend, jedoch ergebnislos auch in Ihrem Kreise neue Mitarbeiter gesucht haben, erlaubt es die augenblickliche Situation nicht mehr, neue Steilen zu besetzen, da wir -uns in einem langsamen, aber sicher fortschreitendem Abbau unserer Tätigkeit