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Der jüdische Student · 1923-03-01 · Heft 2 (März 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 2 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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....... gr^^^z^ Protokolle der Präsidiumssitzungen 61 angefangen, und es habe sich herausgestellt, daß ca. 23 Bundesbrüder vorhanden seien, die aktiv keilten. Die Institution der Sprccrhsuie habe sich bewährt. Man plane sie auch in Breslau und Hamburg einzurühren. Man habe ferner für Berlin eine Reihe von größeren Keil Veranstaltungen in Angriff genommen, die erste soll am Mittwoch, dem 14. Februar, stattfinden; das Referat übernimmt Franz Meyer. — Stein macht die Mitglieder des Altherrenpräsidiums darauf aufmerksam, daß sie die Alten Herren wieder veranlassen sollten, die Ke:iarbeii seihst in die Hand zu nehmen und z. B. an den Orten, wo Verbindungen existieren, die Keilarbeit zu kontrollieren. '3. Erziehung im Kartell: Franz Meyer hält ein längeres Referat, in dem er u. a. folgendes ausführt: Die zionistische Lage des Kartells sei eine schlechte, und er habe wiederholt bemerkt, daß sich unsere Bundesbrüder noch in einem vorzionistischen Stadium befänden. Es habe überall eine Mechanisierung des Kartells jede ideelle und geistige Arbeit verhindert. Fuxenstunden, Kurse und Examina seien tote, organisatorische Dinge, die mit mehr oder weniger Geschick gemacht würden, ohne aber irgendwie innerlich begründet zu sein, und den Bundesbriidern etwas geben zu können. Er w; der Ansicht, daß m::n, wenn man dein Karteil eine neue Richtavg geben v.:.»',; e, m:.t neuen Firmen an das Kartell herankommen müsse. Wenn auch u:e sektiererische; iru^penbildung vollkommen abzulehnen ist, so muß doch andererseits erkannt werden, daß ein wirklicher Einfluß auf die (iesamtheit des Kartells nur von geschlossenen, wirklich arbeitenden uruppen von Bundesbriidern ausgehen kann, die auf die Gesamtheit wirken und ihrerseits wieder durch das : Leben der Gesamtheit beeinflußt werden. Statt der öden Parlamentsspielerei unserer Konvente, wo jeder Bundesbruder seine private Meinung vom Stapel läßt, und wo aus IÜJ differierenden Ansichten schließlich eine Zufailsmehrheit die Auswahl trifft, muß, wie Arthur Stein richtig hervorgehoben hat, die Meinungsbildung -des Karteils bei ganz anderen Gelegenheiten stattfinden und der Konvent lediglich dazu bestimmt sein, das Fazit aus bereits durchgearbeiteten Entschlüssen zu ziehen. Den Anfang muß das Präsidium mit sich selbst machen. Die Erziehung im jüngeren Kartell und die Bildung der geeigneten Formen habe deswegen versagt, weil dieser Erziehungsarbeit seit Beginn' des Krieges das große politische Vorbild der zionistischen Bewegung gefehlt habe, daß vorher jeder einzelnen Erziehungsleistung ihren Sinn gegeben habe. Für sehr viele Alten Herren beruhe die Zugehörigkeit zum Kartell auf traditionellen Sentiments. Bestimmte Aufgabengebiete hätten sie aber nicht im KJV., sondern ihre zionistischen Aufgaben würden erfüllt im Rahmen des Gesamtzionismus außerhalb des Kartells. Hier habe die Akherrenarbeit einzusetzen, die diese Zersplitterung der zionistischen Arbeit zu beseitigen habe, dadurch daß man einen Bund schaffe, der sich nicht nur mit den realen Aufgaben befasse, sondern dessen Zweck es auch sei, die Erziehung der Jüngeren im Kartell durch das Vorbild der Altherrenschaft in die Hand zu nehmen,! in einer Weise, wie er es auf dem Kartelltag ausgeführt habe, daß der f arbeitende AH. in seiner Arbeit mit jüngeren Bundesbrüdern zusammeni komme und mit ihnen zusammen diese Arbeit erfülle. Der realen Auf- \ gaben gäbe es viele. Es sei nur nötig, einige konkrete Aufgaben heraus- * zunehmen, die in Folgendem lägen: Vor dem Krieg sei der Zionismus! nicht nur für das KJV.. sondern überhaupt eine Frage der Gesinnung ge-; wesen und durch dieses gesinnungsmäßige Bekenntnis habe man zionistische Forderungen erfüllt. Nach dem Kriege sei die Verwirklichung gekommen l und mit ihr die neuen Aufgaben der Chaluziuth, der gegenüber nicht nur l das KJV., sondern die Gesamtorganisation eine falsche Stellung ein- \ genommen habe, indem man sich damit beruhigte, es gäbe schon eine Gruppe im Zionismus, damals der Blau-Weiß, der diese Aufgabe zu seinem > Erziehungsziel gemacht habe. Irgend eine innigere Fühlungnahme mit : Palästina hätte man infolgedessen nie erVr.jt.gen können, und aus diesem ] Grund habe das Kartell versagen müssen. Dasselbe gelte aber auch für ' die Galuth-Arbeit! Auch hier müsse man durchaus dieselbe formel'-aue

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