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Der jüdische Student · 1923-03-01 · Heft 2 (März 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 2 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Brie fwech sei 51 in seiner symptomatischen Bedeutung ungesehen gemacht werden.— Wir seilen durchaus nicht die 'Menschen, die das Leben im KJV. aufrecht erhalten oder gar zu einem Aufstieg führen sollen. Wir bitten, doch nicht wieder denselben fehler zu begehen, wie bei der Fusion: Unmögliches zu versuchen, weil es nötig ist, auch wenn man die Unmöglichkeit von vornherein klar erkennen kann. 2. Wir glauben aber, daß das Versagen des KJV. kein Zufall ist. sondern sich aus seiner verfehlten Konstruktion mit Notwendigkeit ergibt. Wir nehmen an. daß die durch die Fusionsniederlage zum Siege gelangte Richtung auf alle Gemeinschaftsideologie bewußt verzichtet. (Wir verweisen in diesem Punkte auf die Schreiben von -Fromm, Simon und Schachtel an das Präsidium des KJB. Blau-Weiß und vor allem auf den Aufsatz von Gerhard Scholem ,Ebschied" Jerubaal 1918). Iis gibt im Augenblick allein zwei wichtige Dinge: L Die Vorbereitung der Jungen auf Erez Israel, d. h. neben beruflicher Arbeit, die 'Erlernung der hebräischen Sprache und die innere Auseinandersetzung mit dem Geist, aus dem heraus sie geboren ist, d. h. mit dem Geisr des jüdischen Volkes. 2. Die Beschaffung der Mittel für den Aufbau, d. h. im wesentlichen: Keren 11 ajessod-Arbeit usw. Beide Aufgaben sind unerläßlich, d. h. für den Erfolg von gleicher Wichtigkeit. Sie können im allgemeinen nicht von einem geleistet werden. Die 2 —3 Stunden, die jedem sein Beruf noch übrig läßt, kann er entweder Hebräisch lernen oder politische Arbeit tun. Es ist aber auch nur natürlich, wenn diese Arbeit auf verschiedenen Schultern ruht. Denn so wie es die Sache des jungen -Menschen ist, zu lernen und sich auszubilden, so ist es Sache der Aelteren aktive Politik zu treiben. Es wäre nichts anderes als das Defizit einer -Kasse dadurch decken, daß man aus einer anderen ebensowenig zu entbehrenden Kasse Geld herausnimmt und in die erste tut, weil hier das Defizit rascher bemerkt wird, wenn man junge Menschen von ihrer Arbeit an sich wegführt, um sie politische Arbeit tun zu lassen. 'Beide Dinge: Erziehung und Politik sind durchaus zu - trennende Bezirke'. Uns scheint, daß der entscheidende, von 'Blume Ilfeld vertretene und im KJV. verwirklichte Irrtum die völlige Vermischung dieser beiden Bezirke war, die dahin führte, daß eine halbe Erziehung und eine halbe Politik im KJV. betrieben wurde, d. h. aber in Wirklichkeit weJjf Erziehung noch Politik. (Es versteht sich von selbst, daß hier nicht gemeint ist, man solle A\enschen nicht auch zu politischen Menschen erziehe'!; das Unglück aber ist, daß man sie nur zu politischen Menschen erzieh ju will, was zur Heranbildung engstirniger Parteifanatiker führt.) Die Gefahr, die im KJV. liegt, ist die folgende: daß durch die in ihm erstrebte and verwirklichte Vermischung von Politik und Erziehung keines richtig verstanden oder gemacht wird. Daß man Pünktlichkeit bei Konventen für Politik und Euxenstunden und Geschichtskurse für Erziehung hält, daß mau sich immer beim Versagen des einen Gebietes mit den Anforderungen des anderen Bezirkes herausreden kann. Gaivz besonders schädlich ist es, wenn viele im KJV. geschehende Dinge, die in Anbetracht der Krisis der Lage kclrun wirklichen zionistischen Wert haben, wie viele Konvente. Rudern usw. aN zionistische Leistung gebucht werden und so zum Surrogat wahrer zionistischer Leistung werden. Noch ein letzter Punkt sei erwähnt: die Frage der Propaganda.- Abgesehen davon, daß es sinnlos ist. wenn wir. auf die es jetzt ankommt, unsere Ausbildung vernachlässigen, d. h. uns zionistisch zu Grunde richte a um der nächsten willen, die wir in Wirklichkeit eben nur dann gewinnen können, wenn wir selbst etwas geworden s'-.J, vergißt man folgendes: js i-t kein Zufall, daß die Keilerfolge des KJ. bei Westjuden so rapid gesunken sind. Man vergißt die Wandlung der allgemeinen westeuropäischer- Situation seit der Vorkriegszeit. War es damals das Ge/ühl der Enronasi ehern ei t des assimilierten Juden, gegen das wir kämpfet} maßten, hai

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