Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 2 (März 1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Das Wesentliche an dem KartelltagsbeschluB ist jedoch nicht die organisatorische Aenderung. Sie ist nur die äußere Voraussetzung, um die innerlich unhaltbaren Zustände in der Altherrenschaft zu ändern. Autonomie bedeutet uns nicht Abschüttelung einer lästigen Verantwortung oder Lösung einer Verbundenheit, die wir nicht mehr anerkennen. Sie bedeutet uns im Gegenteil: Übernahme der Verantwortung für die Erfüllung der Aurgaben, die die zionistische Idee der Altherrenschaft auferlegt. Ziel unserer Arbeit sei.: die Schaffung einer Altherrenschaft, die die bundesbrüderliche Verbundenheit wiederverstehen wird als das Gefühl der Kampf- und Arbeitsgemeinschaft. Wir glauben fest, daß durch unseren Zusammenschluß besondere zionistische Energien ausgelöst werden können. Fühlen wir doch nach wie vor. daß wir vor Allem durch das im KJV. erweckte Gefühl gesteigerter Verantwortung verbunden sind. Sache eines jeden Alten Herren ist es jetzt, in dieser neuen Situation die Verpflichtung zur tätigen Mitarbeit nach Maßgabe seiner Kräfte und die Unterwerfung unter die Kontrolle selbstgewählter, nunmehr von der Leitung des Kartells unabhängiger Organe der Altherrenschaft anzuerkennen. Wir wollen die Vergangenheit ruhen lassen! In Zukunft können wir aber nur den als Bundesbruder anerkennen, der mit ruhigem Gewissen von sich sagen kann, daß er nach seinen Kräften den Anforderungen, den die Idee des KJV. an ihn stellt, nachgekommen ist. Wir fordern die Bezirksverbände auf, sich neu zu konstituieren und in diesem Sinne an die Arbeit heranzugehen. Alle, die die Notwendigkeit des Neuaufbaus der Altherrenschaft erkannt haben, sollen sich sammeln, um dann auch die noch abseits Stellenden mitzureißen. Ernste Notwendigkeit führt uns zu dieser Arbeit zusammen. Notwendigkeit für uns selbst. Wollen wir nicht den Sinn ir-seres Lebens, den wir in jungen Jahren in der Arbeit für unsere Idee erblickt haben, verlieren, wollen wir zum mindesten nicht als Vereinzelte mit dem Gefühl kämoien, von unseren Bundesbrüdern verlassen zu sein, so müssen wir alle Kräfte zusammenehmen. uns wieder zusammenzuschließen und uns als KJV/er zu bewähren. Notwendigkeit aber auch für das Kartell. Wird doch heute durch unser Versagen das Kartell erschüttert! Muß ihm dadurch doch jede Selbstsicherheit verloren gehen und muß es an der Berechtigung seiner Existenz zweifeln, wenn die. deren Bewährung .im zionistischen Leben Ziel seiner Erziehung war und ist. immer wieder verloren gehen! Notwendigkeit schließlich für unsere Bewegung, die in der bitterernsten Lage alle Kräfte ihrer Anhänger braucht! In diesem Sinne rufen wir Euch auf: