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Der jüdische Student · 1922-10-01 · Heft 8 (Oktober 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 8 (Oktober 1922)
Date
1922-10-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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KJV. und Sanitäiswesen in Palästina l'e:>a.u :>\y.) Mer k würdigcrweise ziehen es unsere Leute vor (die v, eirgtn. die wir haben), in der Privatindtisirie zu lernen. Die Bezahlung ist offenbar besser, die Lernmöglichkeiten sind sehr gute, aber ich glaube, dail gerade die besonderen Verhältnisse Palästinas viel eher AchniLihkeit der Kommunalwirtschaft unserer Städte und Gemeinden haben, als die rein kapitalistisch eingestellten Privatfirmen. Aehnliches gib iisr eine ganze Reihe anderer Berufe, z. B. für den National Ökonomen (wartro nicht statistisches Amt, statt Syndikus?), Finanzmann (warum nicht ftenerbeamicr, statt Bankier?) usw. usw. 9. Lhter ostindischem Chaluzim fand ich vielfach folgende Argumentation: Die Enwandcrung nach Palästina ist für ungelernte Arbeiter gesperrt, also miß ich ein „Fach*4 lernen. Zweckmäßig wähle ich dasjenige, das ich an? schnellsten lernen kann, also z. B. den Maurerberuf, den man bekanntlxh schon in einem Jahre lernen kann. An dieser Argumentation •ist iiixtit nur falsch, daß man ein Fach braucht, um nach Palästina reingelass±ii zu werden, sondern vor allem die Auffassung vom Beruf als solches, ich möchte ausdrücklich betonen, daß ich die Auffassung vom Beruf ablehne, die sich als Diskussion an das Wort „berufen" anknüpft. Unsere Handwerker sind keineswegs Handwerker im mittelalterlichen Sinne. Fs würde zu weit führen, darüber eine Untersuchung anzustellen, inwieweit diese Auffassung überhaupt jüdisch ist. Aber eins bleibt: zu jedem Beruf muß man Lust und Liebe mitbringen, und wenn man sich zu einem Bernte entschlossen hat, muß man sich mit aller Kraft hineinversenken. Und am wichtigsten ist: jeder Beruf muß gründlich erlernt werden. Gründlich erlernen kann man aber einen Beruf nur nach ausgiebiger Lernzeit und darauffolgender Praxis. 10. Fs besteht vielfach die Beängstigung, daß man sich beeilen muß, nach Pa.Iäsina zu kommen, um überhaupt dort einen Platz zu finden. Nichts falscher, als das. denn erstens sollte man sich doch freuen, wenn für einen nichtigen Posten in Palästina ein Mann gefunden ist, der ihn ausfüllt, n-d man sollte die Bescheidenheit aufbringen, zu denken, daß auch andere Menschen ebenso tüchtig sein können, wie man selber ist. In dem VerzidV: auf die Stelle in Palästina kann auch Chaluziuth liegen. Und zweitens drängt Palästinn gar nicht so sehr, wie manche glauben. Der Aufbau geht langsam vor sich und dauert Jahre und Jahrzehnte. Nicht in dic*om und nicht im folgenden Jahre werden alle unsere Handwerker, Landwirte und viele andere aus den anderen Berufen nach Palästina gi heu kr.nnen. aber im koniinenden Jahrzehnt alle, die es ernstlich welle::. Pas kann ich nicht beweisen, aber das ist mein Glaube. KIV. und Sanifätswesen in Palästina.*) Von Joachim C a s p a r i. •Dir äußeren Verhältnisse haben uns deutsche Mediziner auf dem Gebiete des palästinensischen Sanitätswesens in eine Passivität gedrängt, d\ ui;reigentlich gar nicht liegt, und die sowohl -im Interesse der Bundesbräder. die nach Palästina wollen, wie auch im Interesse der Palästina- Sache Reibst keinesfalls länger andauern darf. Bei uns erlahmte unter dem Hinfluß der Geldentwertung auf diesem Gebie:.-: iede Initiative, und wir erwarteten alles Heil von Amerika. Zum Tei: e:\varieu wir es auch jetzt noch. Inzwischen aber dürfen wir mit aKjv:\ dessen, was dort entstanden und im Entstehen ist, nicht

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