Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Möglichkeiten zu ernster Arbeit geschaffen werden. Da steht an erster Stelle das Hebräische. Es werden nach Bedarf Hehrüiseh-Kurse verschiedener Sauen eingerichtet werden mit täglichem Unterricht durch unsere besten Kräfte. Es wird sehr wohl möglich sein, in den ca. 6 Wochen - solange soll der Camp dauern — bei dieser intensiven Arbeitsform gute Fortschritte zu machen, insbesondere wenn sich ein Kreis zusammenfinden sollte, der nur Hebräisch spricht. Dies ist nach den Erfahrungen in einigen Verbindungen durchaus möglich. Hier wird auch die auf dem Kartelltag beschlossene hebräische Lcih-Bibliothek zum ersten Male in Funktion treten können. Der Ausbildung in jüdischer, zionistischer, K.IV. Geschichte, Palästinakunde werden weitere Kurse dienen, die nicht bessere Fuxens.tunden sein sollen, sondern, auf Grund ernsthafter Mitarbeit der Hörer, diese befähigen sollen, in ihren Verbindungen toder anderen jüdischen Kreisen selbst wieder unterrichtend tätig zu sein. Es muß gelingen, für diese Kurse unsere Besten zu gewinnen, denen die selten gebotene Möglichkeit, so vielen jungen Bundesbrüdern aus den verschiedensten Verbindungen etwas zu geben, sicherlich ein.großer Anreiz sein wird. Ist es doch zugleich ein Weg, um dem so oft beklagten Mangel an jüngeren, zu zionistischer Arbeit in leitender Stellung befähigten Menschen abzuhelfen. — Ob auch Kurse und Seminare über Fragen aus anderen jüdischen und allgemeinen Gebieten abgehalten werden, wird von der Beteiligung, dem Interesse der Bundesbrüder abhängen. Es ist denkbar und wünschenswert, 'daß z. B. auch philosophische, künstlerische, soziologische Problome behandelt werden. Hier bestehen keine Schranken. Nicht minder wiebrg, aber senv. orcr einzurichten ist die Möglichkeit körperlicher Ausbildung. Arn naheliegcnsten ist Erntehilfsarbeit und ähnliche Betätigung. Handwerkliche Arbeit wird schwer zu beschaffen sein, es müßte aber doch versucht werden. Auch hier hängt vieles von der Initiative der Bundesbrüder und Vorarbeit ab. Sport in jeder Form; Wandeningen, Spiele, Baden, werden die dann noch übrige Zeit ausfüllen. Hier besteht auch die Möglichkeit einen Vorturner-Kurs einzurichten und so den einzelnen Verbindungen die dringend erwünschten Sport- und Turnleiter zu geben. Vielleicht besteht die Möglichkeit, neutrale Jugendorganisationen hinzuzuziehen. Ganz sicher wird 'für einzelne Keilfüxe das Zusammenleben mit uns eine gute Einführung sein. Das Wichtigste an diesem Camp aber wird sein, die harmonische Verquickung von geistiger und körperlicher Arbeit, das Zusammenleben vieler älterer und jüngerer BimJcsbrüder, die Erprobung zur Einfachheit, zu gegenseitiger Selbsthilfe - die wirkliche Vorwegnahme Palästinas - ■ crgute Ynrseindo