Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Kartelltag V?wßi werden müsse. — Am Mittwoch wurde das Referat von Professor Y oio r - Halle entgegengenommen. Dieses Referat forderte, daß man mit dem Bau der Forschungsinstitute und Bibliotheken in Palästina nicht solange warten soll, bis die hierfür erforderlichen Mittel aui- 'gebxacht seien, sondern man sollte die einzelnen Institute aufbauen, besonders diejenigen, die auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Laad es vgl Bedeutung seien. Ks wird die Aufgabe des neuen Präsidiums sein, diest1 Dinge dem Interesse des Kartells näher zu bringen — Dann erstattete Brin» Perl den Bericht der F i n a n z k o m m i s s i o n und der Kercu rija ssodkom mission, wonach der Etat nach kurzer Debatte angenonmen wurde. Den Bericht der Alt herrenkom mission erstattete Stein, den der Organisationskommission Bertram Fisiher. Die Beschlüsse auf beiden Gebieten wurden nach kurzer Aussprudle gefaßt. Bue Episode brachte dann wieder der Nachmittag — die Kommission für Außenarbeit stellte Forderungen für die Sicherung ihrer Arbeit, die mit Angriren gegen das Präsidium verbunden waren, und eine längere, über die sachliche Bedeutung dieser Angelegenheit hinausgehende Diskussion iiervorriefen. Schließlich kam ein Kartelltagsbeschluß zustande, dor Jem Präsidium die Besetzung des Außenressorts mit zwei Leuten zur Pflicht machte Daran schloß sich die Präsidiumswahl, bei der die vom Präsidium vorgeschlagene Liste im allgemeinen akzeptiert wurde. Ein kleiner Kampf entspann sich zwischen dem Präsidium und dem Ruder-VJSL. der hehai.pUfte, daß das Präsidium ihm die ganzen Aktiven wegnähme und die Frcigaiie von Hölzer und N'ehab verlangte. Es wurde schließlich Safuiuely an Stelle von N e h a b ins Präsidium gewählt, Mol. zer kam ins Püsidium. Dar Schluß des Kartclltages bildete das ausgezeichnete Unterrfchtsreferat von Holle nderski, das wir im „J. St." veröffentlichen und daß durch die Thesen der Unterrichtskommission ergänzt wurde. die Low enstein begründete. Die Unterrichtsdebatte, in der mehrfach die Beschäftigung mit Thora und Talmud angeregt wurde, dauerte ziemlich lange md zeigte: wie gerade in diesen inneren Fragen der Erzichungs- und Unterrichtsarbeit des Kartells wieder das Interesse besteht, wie das in einer Erziehingsgemeinschaft mit dem KJV. zu erwarten ist..— Nach Erledigung der Amräge schloß dann der Kartelltag mit einer Rede von B i 1 e s k i und der Han'kwah, worauf dann eine bis in die frühen Morgenstunden dauernde Feier die Kartelltagsteilnehmer zusammenhielt. Es ist nicht Aufgabe dieses Berichts, ein Urteil abzugeben. Es sei aber .esagt. daß das Gesamtergebnis dieser Tagung als ein durchaus günstiges :u bezeichnen ist. Das KJV. wird im kommenden Jahr andere Aufgaben zu erfüllen haben, als sich weiter den Kopf über seine Existenzberechtigung zu zerbrechen. Wir befinden uns auf richtigem Wege. Wir können heute noch niefit überall die Früchte ernten, aber in einigen Fragen, so dein Hebräischen und der zionistischen Arbeit, aber auch in Grundfragen unserer Erziehung; sind wir zu. einer Klärung gelangt und auch positive Resultate sind zu Virzeichnen: in anderen Fragen, so dem Beruf sprobl ein, stehen wir erst am Anfang. Vor allein aber empfinden wir heute wieder, daß die Zukunft der zionistischen Arbeit in Deutschland auf u-nsern Schultern und nur auf unsen Schultern ruht. Wir werden uns fernhalten von Strüniungei-. die eine srarke lebensfähige zionistische Organisation nicht mehr für scheidend halten, aber wir werden uns ebensowenig in die Rolle eir.^r Goluscrgatsaiion drängen lassen. d>2 die lebendige Fühlung mit Pa'äSi'-r.a verliert. Iii der Verbindung von Galutlizionismus und Paläsiinazionismus und, was damit in innerem Zusammenhang steht, in der Erziehung des Individuums zum dienenden Mitglied der Gesamtheit liegt unser Ziel, ns zu klären, ist dem Karte'iUag in Hannover gelungen. Fritz Löwen st ein.