Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Kartclka ~* sannen mit dein Referat von Felix Roscnblüth. Das Entscheidende Jss Referates lag in der engen gedanklichen Verbindung, die zwischen \ % der Aiieit der zionistischen Organisation und der Arbeit des Kartells her-? x4 gestellt wurde. Die Gedanken der zionistischen Literatur über die Ziele und Möglichkeiten des Zionismus wurden mit der gegenwärtigen Lage verglichen. Die Schwierigkeit, der problematische Charakter der Situation wurde durch diese Methode eindrucksvoll gezeigt. Die Notwendigkeit ge- ' steigern- Pflichterfüllung ergab sich als zwingende Folgerung. Die durch das Kante]} repräsentierte Jugend wurde auf ihre besonderen, auch und j gerade heute bedeutenden zionistischen Aufgaben hingewiesen. -Das Refef rat hob die Verhandlugen von vornherein auf ein hohes Niveau, und wenn i es in ikr Generaldebatte wenig erwähnt wurde, so lag es vielleicht daran, i daß dm Debatte erst am nächsten Tage stattfand, vielleicht auch an den f zahlreichen nicht im Programm vorgesehenen Referaten, die zwischen R o - l s e n bllü t h's Referat und der eigentlichen Generaldebatte lagen. \ Am nächsten Morgen mit größter Pünktlichkeit, der durch Pönen etwas j nachgciolfen wurde, begannen die Verhandlungen. Da das Präsidium "n \ der vorigen Nr. des „J. St/4 einen eingehenden Bericht veröffentliche, er- } übrigte sich der übliche Präsidiumsbericht Und Bileski hob nur einige f Punkte noch besonders hervor. Es folgen ein R e f e r a t von Holdj n e im..das dem Kartelltag schriftlich vorlag und von Ernst Meyer-Freiburg f vorgelegen wurde. Holdheims Referat sollte den Abschluß der im „J. St." j geführten Debatte bilden und noch einmal die S t e 11 u n g d e s I n d i v i - j d u u mss in der Gemeinschaft darsteilen. Fi o 1 d h e i m betonte, — j es kann sich nur um die Hervorhebung einzelner Gesichtspunkte handeln — s daß es in der Seele jedes Menschen autonome Provinzen geben I müsse, die nicht vom Zionismus beherrscht würden, daß Wissenschaft, f Kunst, fhilosophie und Lebensgestaltung ihren eigenen Gesetzen gehorchten \ und nullt vergewaltigt werden dürften. Auf der anderen Seite betonte | H o 1 d he i m mit größter Entschiedenheit die absolute G e w a 11 d e r \ z i o n isst <i s c h e n Forderung und schüttelte alle diejenigen von sich j ab, die ihm zustimmten, weil sie ihn für den Vertreter eines abgeschwäch- J ten Ziorismus hielten. Dann sprach Ernst Meyer- Freiburg oder las? Vielmehr auch ein ausgearbeitetes Referat vor, das auf den Erfahrungen der Freburger Verbindung beruhend, sich für dje Gruppenbildung einsetzte? und die M a x i m a 1 f o r d e r u n g des im „J. St.4', 18. Jahrgang, Heft 3 abgedruckten Bücherkatalogs bekämpfte. Franz M a ye r - Heidelberg, dir als Nächster sprach, erörterte das Problem der Individualität und der Gnppenhüdung in -feinen Ausführungen, die auf die Bubersche Unterscheidlug des Elementaraktiven und des Problematikers zurückgingen. Erst ietä setzte die eigentliche Generaldebatte ein. Man kann für sie etwa folgendesals typisch ansehen. Zunächst etwas Negatives: Wort und Begriff derK r i s j wurde überhaupt nicht erwähnt. Niemand auf dem Kartelltag hate einen Zweifel an der Existenzberechtigung und der Existenzmögliehkit des KJV. Die Unterschiede zwischen den Heidelbergern und Freiburarn einerseits und der Kartelltagsmehrheit waren, wie sich immer deutlich*, herausstellte, Unterschiede des Temperaments und der Veranlagung, aber nur in kleinen Nuancen auch Unterschiede in der praktischen Kanellaibeit. Die von Hermann Weil geprägte Formel: Unitas in neecssariis. iheitas in dubiis konnte vom ganzen Kartelltag akzeptiert werden, und es st nur eine Tatfrage, wo im Einzelfall die Dubia aufhören und die N'ecessaia anfangen. — Das Problem der Gruppenbildung konnte schließlich dmch einen Antrag von Arthur Stein erledigt werden, der einstimmig angennnimen wurde und der die Kautelen feststellte, die bei der Bildungbesonderer Gruppen beobachtet werden müssen. Ebenso war man sich sciiieBlieh darüber einig, daß die Unterscheidung von Maximal - i\x\ d M 3 n \ ni a 1 f o r d e r u n g keine innere Berechtigung hat und erkannallerseits an. daß die Forderungen, die wir zu stellen haben, von cur y\r.vs\'<z:\::\ Siiration diktiert werden. Aus den Reihen der Aktivitas wurde Ülp>yc*:• o-a::a:viische Methode der Kartelikritik angelehnt und ge-