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Der jüdische Student · 1922-05-01 · Heft 5 (Mai 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 5 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
[Seite] (sequence 49)
Language
German
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Aus den Verbindungen und ßezirksverbänden. 177 Abends fand im Ratskeller ein gemütliches Beisammensein mit Damen statt, das irotz — oder vielleicht gerade wegen — seiner Programmlosigkeit einen sehr gemütlichen Verlauf nahm . Hans Allen. Bezirksverband Prov. Sachsen-Anhalt. Arn Sonntag, den 7. Mai, fanden sich sämtliche Alten Herren — 12 an der Zahl — unseres Bezirksverbandes zu einer Tagung in Halberstadt ein. Die aus leider nur 6 Bundesbrüdern bestehende Aktivitas innerhalb unseres Bezirks, Gruppe Halle, hatte einen Vertreter geschickt. Unser BV. ist vermutlich von allen Verbänden der kleinste und nimmt insofern wohl eine Ausnahmestellung ein, als sich bei jedem einzelnen Bundesbruder mit Leichtigkeit feststellen 'läßt, ob er seinen zionistischen und bundesbrüderlichen Pflichten nachkommt Da die 12 Alten Herren sich auf 6 Orte verteilen, ergibt es sich von selbst; daß diesen Bundesbrüdern ein großer Teil der Keren Hajessod- und Ortsgruppen-Arbeit zufällt und daß sich dieselben Bundesbrüder als Ortsgruppenvertreter zu den Bezirkstagungen der Ortsgruppen einfinden,' wie es erst kürzlich in Halle der Fall war. Zionistische Arbeit wird von fasf allen Bundesbrüdern im Bezirke geleistet; es war deshalb der Wunsch, einen stärkeren persönlichen Konnex unter den Bundesbrüdern zu erzielen, vor allem mitbestimmend zur Veranstaltung der Tagung. — Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten, /Mitteilung der Eingänge vom Präsidium, Regelung der weiteren Keilarbeit, sprach Bbr. Salli Hirsch, in N dessen Wohnung die Tagung stattfand, über „Lage im Zionismus und Kartelliragen4*. In der sehr lebhaften und eingehenden Diskussion schälte sichdie Frage, die die meisten von uns bewegte, erst deutlich heraus: eine gewisse zionistische Müdigkeit ist da, ein Nachlassen des zionistischen Schwungs ist zu fühlen. Woran liegt das? Erwerbsleben, allgemeine Stimmung, die uns umgebenden mißlichen Verhältnisse, die Keren Hajessod-Arbeit — nur scheinbar eine contradictio in ädiecto — mit ihrer Notwendigkeit, Kompromisse zu schließen, glaubte man, als Gründe anführen zu müssen. Eine Aenderung zum besseren erhoffen wir von einer Rückkehr zur intensiven Beschäftigung mit jüdischen, zionistischen Dingen, mit jüdischer Geschichte, mit der zionistischen Ideologie, mit hebräischer Sprache, kurz, mit jüdischer Kultur. Eine Klärung dieser Fragen soll uns ja auch der Kartelltag bringen. — In der Diskussion nahmen einen breiten Raunt die Darlegungen von Bbr. h. c. Fodor (Halle) über die Gründung von. Hochschulinstituten in Erez-Israel ein. Die bisherige Behandlung der Hochschulfrage läßt sehr viel zu wünschen übrig; die Forderung, daß das KJV. sich eingehend mit den Hochschulfragen beschäftigt, ist wohl durchaus berechtigt. Die für die wissenschaftliche und vor allem auch wirtschaftliche Entwicklung des Landes wichtige Bedeutung der Schaffung von Forschungsinstituten legte Bbr. Fodor in überzeugender Weise dar. Der Bezirksverband stellt deshalb an den Kartelltag folgenden Antrag: ,.Dcr BV. Prov, Sachsen-Anhalt beantragt, daß die Frage der Gründung von Instituten der werdenden Universität in Palästina als besonderer Punkt auf die Tagesordnung des KT. gebracht wird.'* Zu Delegierten für den Kartelltag wurden Hirsch und Fodor gewählt. Der gesellige Teil des Tages wurde durch einen gemütlichen Stadtbummel am Vormittag, durch gemeinsames Mittagessen, durch Plaudereien bei Kairee, Abendbrot und Bowle — die hochherzigen Stiftungen von Bbr. Hirsch und seiner Gattin waren nicht mehr zu überbieten — in harmonischster Weise ausgefüllt. — Nächste Tagung in den Herbstferien in Dessau. Adolf S p i g h e 1. Bezirksverband linksrheinisch. Unsere letzte Tagung, am 30. April In Köln, war nur schlecht besucht. Nach kurzer Aussprache wurde Vertagung beschlossen, und der Unterzeichnete zum Vorsitzenden gewählt Unsere nächste Zusammenkunft (Kartelltags-Konvent) findet am Donnerstag, den 25. Mai (Himmeliahrtstag), vormittags 10 Uhr, im Verbintiungshause der VJSt. Kadimah in Bonn statt. Isidor Eisberg.

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