Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Bericht des Präsidiums an den Kartelltag meinen, leidet, änmer noch leidet unter dem Vorsatz der eigenen Entbehrlichkeit, der vsn vornherein die Erwägung irgendeines Ausweges, einer Zwischenmöglidikeit. eines Kompromisses für sie ausschließt. So unverständlich es söieint, das erste, was nach der Ablehnung ihrer Ueberweisungsanträge *on beinahe allen Bundesbrüdern geltend gemacht wird, ist dieses — *on mehreren zugleich.*und nacheinander vorgebracht — Groteske: aber in diesem einen Fall" wird man doch wohl . . . Die Zweideutigkeit der Befugnisse, die dem Ueberweisungsressort zugestanden wenien, erhöht die Schwierigkeit einer einigermaßen berechnenden Tätigtest: wenn aui der einen Seite gefordert wird, die Bundesbrüder hätten auf das strikteste die Richtlinien des Präsidiums zu beachten (vgl. PräsiL Beschluß v. 20. 9. 21) auf der anderen Seite aber „lediglich44 — das haßt allein nicht im mindesten verpflichtende — „Vorschläge" eingeräumt werden (vgl. Kartells-Antrag der Breslauer Verbindung), so erweist sich schon formell, wie fragwürdig die Entscheidungsmöglichkeit und wie rücMaltlos auf Seiten des Ressorts ein Ueberweisungszwang erscheint. Auf dem iartelltag wird man sich darüber einigen müssen, ob es bei den unverbindfehen „Vorschlägen",, die für die Wahl des Studienortes gegeben werden könnten, sein Bewenden haben soll, oder ob das Ressort wirklich in Berechnung und Voraussicht die Verteilung der Bundesbrüder wird vorhehmei können. Sachlich könnte bezweifelt werden, ob die Leistungen des Ueberweisungsressorts zahlenmäßig seine Existenz rechtfertigt, wenn als Möchstzahl der Bundesbrüder, die nachträglich, d. h. gegen ihren Antrag m Konvent und Präsidium das Ueberweisungsgesuch geändert iräben, ca. 30 &i W.-S. 21/22, dem für das Ressort bisher erfolgreichsten Semester) zu rennen ist. Ob sich allerdings diese Zahl auch nur annähernd wird halten lassen bei der allgemein informierenden Tätigkeit, aui die sich nach dem Braslauer Kartelltagsantrag die Arbeit des Ueberweisungsressorts zu bischränken hätte, erscheint fraglich, denn wenn auch das Zustandekommen der bekannten inneren organisch entwickelten, nicht aber organisatorisch aufgenötigten Disziplin, die den Bundesbrüdern die Erforderlid&eit, bald dort oder dort einzuspringen, diesenfalls anzugeben hätte, eaie wirklich erfreuliche Tatsache wäre, die bestehende ist jedenfalls, daß — etwa München inkl. seines Pflasters von beinahe allen Bundesbrüdern für überaus geeignet zu einem Studium während des Winters gehalten scird. Cut waren, wie erwähnt, die Ergebnisse der Arbeit des Ueberweisungs- -ressorts im W. S. 21/22, in dem alle Verbindungen bis auf die Kölner, die allerdings unter dem Zustand der Fakultäten und der Unmöglichkeil vor-, klinischen Stu&hms etc. zu leiden hatte, durch Ueberweisungen gesichert waren. Das hersagen der Münchener Verbindung, die seinerzeit für Ueberweisungen gesperrt worden war; um ihr einen kleineren und solideren Betrieb zu ermöglichen (ca. 15 Bundesbrüdern wurde ihr Ueberweisungsgesuch abgeldmt) wie auch die Schwierigkeiten innerhalb der Heidelberger Verbin&mg konnten nicht verhindert werden. Gut besetzt waren im W. S. u. a. Königsberg, Breslau, Leipzig, an deren intensiven Verbindungslehen des grofitn zionistischen Wirkungskreises halber viel gelegen war. Die Vorbereitungsarbeit für das Sommersemester 1922 selbst litt darunter, daß das Ressorüvon auswärts her geleitet werden mußte; die Ueberweisungen von Füxerj an die Münchener Verbindung blieb weiterhin gesperrt ferner konnten die Ueberweisungen nach Heidelberg anfangs nur vereinzelt zubegeben werden. Schwächer als im Wintersemester wurden wie gewöhnlich die berliner, Leipziger und Breslauer Verbindungen besetzt. Gut versorgt mit Ueberweisungen wurden u. a. Bonn, Frankfurt und die — im Wintersemester unsichere — Freiburger Verbindung. Im übrigen stehen zurzeit die Bescheide der Verbindungen, ob sich die überwiesenen Bundesbrüder sämlLch eingestellt haben und die Berichte über die Besetzung der Verbindung während des Sommersemesters im einzelnen noch aus. Wolfgang N e ha b.