Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Präsidiums an den Kartelltag Erfolg dieser Versuch geführt hat. Cr wird aber vom Ressort aus zusammen mit dem Keilressort immer wieder gemacht werden müssen. Wesentlich gefördert wurde die Arbeit durch die Reisen, die den Unterzeichneten in einen engeren Kontakt mit den einzelnen Verbindungen brachte, wobei sich herausstellte, wie leicht bisweilen Anregungen durchzusetzen sind, wenn man sie persönlich geben kann. Ferner wurde vom Ressort der Versuch gemacht, die Kerenhajessod-Aktion unter den Aktiven und Inaktiven zu organisieren. Mit Ausnahme weniger Verbindungen ist es gelungen, die Verbindungen für diese Arbeit zu interessieren. Hier dasselbe Bild wie bei der Dienstpflicht. Nur gut arbeitende, zionistisch disziplinierte Verbindungen haben nerrn es werte Zeichnungen gemeldet. Wir müssen leider eine statistische Veröffentlichung der Zeichnungen der einzelnen Verbindungen verzichten, da wir die Berichte nur zum Teil rechtzeitig erhalten haben. Immerhin kann mitgeteilt werden, daß je nach Zahl und nach Vermögejisverhältnissen Beträge bis zu lOO.'.U M. (jährlich) gemeldet sind. Es wird auch hier Aufgabe des K.T. sein, die Kerenhajessod-Aktion innerhalb der Verbindung zu vereinheitlichen und straffer zu organisieren. Abschließend sei noch folgendes gesagt: die Arbeit des Ressorts im vergangenen Kartelljakr bestand in einer Propagierung des Dienstpflicht- -gedankens. in der Schaffung der Zionistischen Arbeitsstellen, in der Reorganisation der Bezirksverbände, in Einzelaktionen für die Dienstpflicht und in der Unterstützung der notwendigen zionistischen Arbeit. Daß die Arbeit noch nicht so gelungen ist, wie es notwendig gewesen wäre, lag zum Teil an dem erstmaligen Versuch, wo naturgemäß Fehler gemacht sind, zum Teil daran, daß einzelne Verbindungen aus inneren Gründen noch nicht imstan.de waren, gerade diese Arbeit zu leisten. Es wird Aufgabe des Kartelltages sein, die Institution der Zionistischen Arbeitsstellen so zu festigen, daß man im kommenden Kartelljahr weniger organisatorische Arbeit notwendig hat. Der Kartelltag wird den Gedanken der Dienstpflicht von neuem anerkennen müssen, und wird insbesondere den Bezirksverbänden die Möglichkeit in die Hand geben müssen, gegen KJV.er. die sich jeder zionistischen Pflicht entziehen, vorgehen zu können. Im übrigen wird die Arbeit des Ressorts von der Gesamtarbeit des Kartells abhängig sein. . gez. L eo R o s en b 1 ü t h. Ueberweisungsressort.' Die Arbeit des Ressorts zerfiel einerseits in die vorbereitende Tätigkeit, während der laufenden Semester sich über die Lage der auswärtigen Verbindungen zu unterrichten und aus diesen Informationen Richtlinien für die Erforderlichkeit der Ueberweisungen an diese oder jene Universitätsstadt zu geben (vgl. Rundschreiben vom Juli—September 21, Februar 22) und den Verbindungen damit die Aufgabe zu stellen, in geeigneter Weise auf die Bundesbrüder bei der Wald ihres nächstsemestri'/en Studienortes einzuwirken, andererseits in die prohibitive. die Bundesbrüder, die Ueberweisungen an eine andere als für das Kartell jeweils gewünschte Universität beantragt hatten, zur Aenderung ihrer Anträge zu veranlassen, wenn es sich irgend mit den geltend gemachten Studien- oder Familienrücksichten vereinbaren ließe. In diesem Vorbehalt aber liegt die Schwierigkeit der Arbeit des Ressorts, den Wünschen der Bundesbrüder, die ernste Gründe für ein Studium dort oder dort anzugeben glauben, gerecht zu werden. Das heißt im Grunde nichts anderes, als nach bestem \Vis>en zu entscheiden, ob und inwieweit wirklich dringend Fainilen- oder Studieninteressen bei den zahlreichen Anträgen, die den Richtlinien des Präsdinins entgegen sind, mitsprechen; wenn dieses hervorgehoben werden muß. so soll nicht irgendeine reservatio mentalis seitens der Bunde.sbrüder bei der Begründung ihrer Anträge vor Konvent und Präsidium angedeutet werden, sondern allein, daß der Maßstab, an dem die Bundesbrüder zuweilen die für das Kartell nicht erwünschten Ueberweisungen für sich zu beanspruchen