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Der jüdische Student · 1922-05-01 · Heft 5 (Mai 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 5 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Bericht des Präsidiums an den Kartelltag 147 dem Bericht der VJSt. J o r d a n i a München: „Der Dienstpflichtgedanke setzt sich allmählich durch, und zwar so, wie die meisten Maximalforderungen der letzten Kartelltage, d. h. einige Bundesbrüder überlegen ernsthaft, wiejsie der Organisation ihre Kraft zur Verfügung stellen können, soweit sie es^mit der Vorbereitung zu ihrem Beruf vereinbaren zu können glauben; der-große Rest hat wenigstens schon ein schlechtes Gewisse», wenn er sich über die Vernachlässigung dieser Prinzipien Rechenschaft ablegt." Aus einem Bericht der VJSt. Ivria Freiburg: „Derjenige Teil der Freiburger Bundesbrüder, der überhaupt für den Dienstpflichtgedanken reif war, hat überall und immerzu aus innerer Notwendigkeit zionistische Arbeit .geleistet. Diese Bundesbrüder betrachten dann aber vielfach eine darüber hinausgehende Dienstpflicht in Form einer kürzeren hauptamtlichen Arbeit für sie nicht als bestehend, namentlich, da in praxi der größte Teil der Bundesbrüder sich in einer ökonomisch unsicheren Lage befindet, die eine möglichst schnelle Zuendeführang der Berufsarbeit erfordert." Die Frage, inwieweit die zionistische Außenarbeit das Verbindungsleben gefördert oder gestört bat, ist von den Verbindungen sehr verschieden beantwortet worden. Nach unsern Berichten scheint es so, daß vielfach durch allzugroße Ueberhäufung mit technischen Kleinarbeiten gerade die jüngeren Bundesbrüder zu stark belastet wurden. Wir schließen uns hier dem an, was die VJSt. Maccabaea Berlin in ihrem Bericht an uns geschrieben hat: „Im Verbindungsleben haben wir uns durch Außenarbert — in der letzten Zeit wenigstens — nicht stören lassen, doch glauben wir, daß gerade die geistige Ausbildung der jüngeren Bundesbrüder Schaden gelitten hätte, wenn wir nicht schließlich abgelehnt hätten, einzelne Arbeiten zu tun. — Für erforderlich hingegen ist „Außenarbeit" anzusehen, wenn sie nicht in unqualifizierter technischer Arbeit besteht, sondern den Bundesbrüdern Gelegenheit gibt, Einblick in den ganzen Apparat unserer Organisation zu gewinnen, die leitenden Menschen und wirksamen Kräfte kennen zu lernen." Bei dieser Frage ist es schwer, einheitliche Richtlinien zu geben, zumal sich die Arbeit im allgemeinen doch nach lokalen Verhältnissen richten muß. Arbeit des Ressorts Es wurde zunächst der Versuch gemacht, den Gedanken der Dienstpflicht dadurch in die Tat umzusetzen, daß man sämtliche Alte Herren des Kartells zur Dienstpflicht aufforderte, indem man sie zur Beantwortung eines Fragebogens veranlaßte. Dieser Versuch, der damit endigte, daß von ca. 600 Alten Herren überhaupt nur 150 geantwortet haben, und von diesen im wesentlichen die Alten Herren, die sowieso zionistisch tätig sind, zeigte uns, daß es unmöglich war, von einer Zentrale aus zu irgendeinem nennenswerten Ergebnis zu kommen. Dieser ganze "Versuch führte uns dann zu einer Reorganisation der Bezirksverbände. Es zeigte sich nämlich im Laufe der Arbeit, daß wir mit Erfolg in der Altherrenschaft nur arbeiten können, wenn die Arbeit in ganz anderem Maße wie bisher dezentralisiert wird. Bs kam also zunächst darauf an, überall dort, wo auch schon bis dahin nominell Bezirksverbände bestanden hatten, diese wieder neu zu organisieren, ihnen ihren Aufgabenkreis zu zeigen und sie in einen lebendigen Konnex mit dem Gesamtkartell zu bringen. Diese Aufgabe wurde zum Teil dadurch erschwert, daß in manchen Bezirken die Leiter der Bezirksverbände mit einem grenzenlosen Unverständnis oder überhaupt nicht der ersten Ainfoderung entsprochen haben. Erst im Laufe des Kartelljahres, wesentlich unterstützt durch die Reisen der Präsidialmitglieder, ist es gelungen, mit einigen Ausnahmen, die bestehenden Bezirksverbände wenigstens organisatorisch wieder neu zu begründen. Es wurde dann im Laufe des Karteiijahres notwendig, einige neue Bezirksverbände ins Leben zu rufen. Bs handelt sich um die Gründung folgender Bezi-rksver bände: Sachsen-Thüringen, Nord-Ost, Nordbaden -und Pfalz.

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