Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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5« . > Sportfest stattfand. Auch auf allgemeinen Sportfesten, besonders akademischen, waren K. J. V.er wiederholt siegreich. Dies alles ■« sei nicht gesagt, um sich großer Leistungen zu rühmen, sondern um uns zu neuer Arbeit anzufeuern. Mit den Leibesübungen eng verbunden ist das Wandern. Das Gemeinschaftserlebnis tritt hier in den Vordergrund. Jeder gibt sich, wie er ist, und lernt bald den andern im Kern seines We* sens kennen. Auf der Wanderung entsteht besser Bundesbrüderlichkeit als beim Zusammensein im engen Zimmer. Durch Sportspiele wird der Reiz erhöht. Sie helfen den von der Arbeit müden Körper stählen und kräftigen. All dies soll die Fähigkeit erhöhen, die schweren Aufgaben des Augenblicks zu erfüllen. Hingabe am Dienst für unser Volk ist höchstes Ziel unserer Leibesübungen, dort das Letzte zu geben der Sinn unserer körperlichen Betätigung. Der junge Jude muß heraus aus den nichtjüdischen Sportver-* einen, wo er doch nur besten Falles geduldet ist, wo jeder seiner Erfolge scheel angesehen, jeder Mißerfolg belacht und der Minderwertigkeit des Judentums zugeschoben wird. Zuletzt sei noch darauf eingegangen, daß jüngst Teile der deutschen Studentenschaft den Antrag gestellt hatten, das Bestehen aller Staatsexamina abhängig von körperlicher Leistung zu machen. So sehr wir Körperkultur fördern und betätigen, so nimmt das K. J.V. auf das entschiedenste dagegen Stellung. Uns ist Leibesübung freiwilliges Einsetzen der Kräfte in den Dienst an der Gemeinschaft; Sport hat für uns nichts gemein mit militärischem Drill, er hat schließlich nichts mit dem Nachweis wissenschaftlicher Befähigung zu tun. Unverständlich ist und bleibt es, wie noch jüdische Studenten den traurigen Mut finden können, für diesen Antrag zu stimmen. Wissen wir doch zur Genüge, daß er ein willkommener Anlaß wäre, neue Schikane dem jüdischen Studenten und besonders denen, die nicht deutsche Staatsbürger sind, aufzuerlegen. Wir stehen hier einer für den anderen als Söhne eines Volkes. Unser Wunsch ist es, auch die Schwachen zu körperlicher Kraft, Energie, Elastizität zu erziehen, wir wollen aber nicht zugeben, daß man unter dem Deckmantel der Sportliebe in roher Weise unsere Brüder von weiterer geistiger Ausbildung