Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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43 paradoxen Gedanken von der Zerstörung des Volkes durch seinen eignen Gott führte; aber über dieses Dunkel hinausleuchtend der starke Glaube an eine Läuterung und Umkehr, an eine Ausscheidung und Auslese, und an die Sammlung und erneute Einpflanzung eines „Restes". Und wie die Propheten überall die Opposition gegen ihre Zeit verkörperten und die Verkünder der kommenden Zeit waren, so auch hier. Vor dem Exil herrscht fast ausschließlich die Unheilsstimmung vor; aber nach Eintritt der Katastrophe stellen sie die lebendige Reaktionserscheinung gegen den apathischen Zustand des geschlagenen Volkskörpers dar und geben den Heilserwartungen immer breiteren Raum. So spricht der Herr der Heerscharen: Ich kehre mich wieder zu Zion Und will wieder wohnen inmitten Jerusalems. Und Jerusalem soll wieder heißen, „Stadt der Treue", Und der Berg des Herrn der Heerscharen „der heilige Berg". So spricht der Gott der Heere: „Fürder sollen wieder sitzen Greise Und Greisinnen auf den Plätzen Jerusalems, Ein jeder mit seinem Stabe in seiner Hand Ob der^Menge der Tage. Und die Plätze der Stadt sollen sich wieder füllen mit Knaben und Mägdlein Die da spielen auf ihren Märkten." So spricht der Gott der Heere: „Wenn es zu wunderbar ist in den Augen des Restes dieses Volkes Soll es da auch in meinen Augen zu wunderbar sein? Spricht der Gott der Heere." So spricht der Gott der Heere: „Sieh, ich errette mein Volk Vom Land des Aufgangs und des Untergangs l Und bringe sie wieder #heim Daß sie sollen wohnen inmitten Jerusalems; Und sie sollen mein Volk sein, Und ich will ihnen Gott sein in Treue und Gerechtigkeit." (Sack 8, 3—8; übers, v, M. Halier.)