Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 3 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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127 lieh gegenseitig zu verstehen und zu achten. Darüber hinaus der Wunsch, auch außerhalb der Verbindung möglichst viel beisammen zu sein. Diesem Bedürfnis trugen u. a. regelmäßig stattfindende Freitagabende Rechnung. Förderlich in dieser Hinsicht war. daß viele Bbr. Bbr. in derselben Hegend Wohnung nahmen, so daß. man hier geradezu von einer K.J.Ver-Siedlung sprechen konnte. .Mit Befriedigung seilen wir auf das letzte Semester zurück und wünschen uns für den Sommer ein g'C'-ch gutes. Angesichts der Frstarkung unserer Gruppe haben wir mit (ienehmigung des Präsidiums — vorbehaltlich der Zustimmung des nächsten Kartelltages unsere Gruppe in einen V.J.St. umgewandelt. Unser neuer Name „Haawodah** soll das kennzeichnen, was nach, unserer Meinung wesentlicher Inhalt im Leben einer K.J.Ver.-Gruppe sein muß. Alfred Daniel. Personalia: In den A.C. aufgenommen: Ludwig Bahr (Karlsruhe), Leopold Mansbach (Mannheim). In den B.C.: Arnold Wolf. Leo Aberbach. Inaktiviert: Alfred Daniel. Zu Alten Herren der Verbindung ernannt: Dr. Bernhard Arinstein, Dr. Nachtim Wulf. Dr. Julius Rosenfeld. Das Vorexamen bestanden: Arnold Wolf. Israel Drämmer, Josef Bauer. Das Diplomexamen bestand: Leo Morgenroth. Bezirksverband Sachsen-Thüringen: Am 9. April fand in Leipzig die Gründungstagung des Bezirksverbandes Sachsen-Thüringen statt. Aus dem großen Gebiet des Bezirksverbands, der den Freistaat Sachsen und ganz Thüringen umfaßt, hatten sich nur vier Bundesbrüder aus dem nahegelegenen Chemnitz eingefunden. Soweit wir von den übrigen Bundesbrüdern Nachricht erhielten, waren sie zum Teil durch die Keren-Haiessod-Aktioii voll und ganz in Anspruch genommen, zum Teil schreckten sie die hohen Reisekosten. — Von Bundesbrüderu. die nicht dem Bezirksverband angehören, waren einige Hallenser herübergekommen, ferner vom Präsidium Leo Rosenhlüth. Die Leipziger Verbindung und die hiesigen Alten Herren nahmen fast vollzählig an den Verhandlungen teil. Die durch A.H. Fritz Loebenstein eröffnete Tagung hörte :ds erstes der vier Referate das von A.H. Frich Moses-Chemnitz über die Aufgaben des Bezirksverbandes .an. Dieses Referat brachte eine klare und sachliche Darlegung der Arbeitsmöglichkeiten im Gebiet des Bezirksverbandes und enthielt eine Fülle praktischer Anregungen. Moses stellte sich auf den Standpunkt, daß der Bezirksverband mehr eine Zusammenfassung der wirklich arbeitenden Bundesbrüder zwecks gegenseitiger Anregung und Unterstützung sein soll als ein durch die ganze Masse der Uninteressierten belasteter Verband, dessen organisatorischer Aufwand in keiner Weise der geleisteten Arbeit tntspricht. Dann sprach Leo Rosenbiüth über die Lage des Kartells und gab den Alten Herren eine gründliche Darlegung der das Kartell bewegenden Fragen. Conitzer (Hatikwah-Leipzig) berichtete eingehend über die Methoden der Keilarbeit in der Provinz und erörterte insbesondere die Frage, inwieweit die Vertrauensmänner der zionistischen Dtsgruppen in den Städten, in denen keine Btmdesbrüder wohnen, uns unterstützen können. In der Nachmittagssitzung gab dann Loebenstein einen weit ausholenden Ueberblick über die allgemein-zionistische Lage und ihre Auswirkungen auf die Lage unserer Alt-Herrenschaft. Es folgte dann eine eingehende Aussprache über die vier Referate. Zum Vorort des Bezirksverbandes wurde Chemnitz, zum Vorsitzenden A.H. Sluscewer-Chemnitz gewählt. Drei Ent Schließungen wurden gefaßt, die. soweit sie dem Kartelltag vorliegen werden, an anderer Stelle veröffentlicht werden. Erwähnt sei noch eine Entschließung des Inhalts, daß die K.J.Ver des Bezirksverbands eine Sammlung unter den Bimdesbrüdern und Zionisten des Bezirks unternehmen sollen, aus deren Mitteln das chemische Laboratorium der Realschule in Haifa .ausgerüstet werden soll. ' Ludwig Conitzer.