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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 3 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 3 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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108 Tagung der nationäljüdischen Jugendorganisationen Südwestdeutschlands. Die V.J.St. H a a w o d a h - Karlsruhe hat eine Tagung der natioiui:- jüdischen Jugendorganisationen Südwestdeutschlands (K.J.V., Blau-Weil), jung-jüdischer Wanderbund) einberufen, die am Sonntag, 30. April, abends, und am 1. Mai stattfindet. Programm Sonnabend abend: Vortrag: Zionismus un-d Persönlichkeit. Sonntag vormittag: Aussprache über den Vortrag. Sonntag nachmittag: Wanderung nach dem Blau-Weiß-Haus in Giünwettersbach. ' * Der Ort der Tagung wird noch bekannt gegeben. Anfragen, auch we^i- Unterkunft, an Edgar Heinemann, Karlsruhe. Parkstr. 42. Die Forderung des K. J. V. II. Maximal- und Minimalforderungen. Von Moritz B i 1 e s k i-Berlin, (V.J.St. Maccabaea, Ruder-V.J.St. Berlin, A.rU Ein Gegensatz Zionismus und Persönlichkeit ist, wie wir feststellten, auszuscheiden, wenn wir über die Forderungen urteilen, die das K.J.V. an seine Angehörigen zu richten hat. Aber die Veränderung, die mit den) Zionismus vorgegangen sei — meint Holdheim — mache es unmöglich, du Ii man Forderungen erhebe, die schwere Pflichten für lange Zeit auferlegten: diese könnten nur von Menschen erfüllt werden, welche die ganze, umwälzende Kraft des Zionismus erfahren hätten; wer heute Zionist werde, empfange diese Kraft nicht mehr, sie sei unseren jüngeren Bundesbrüden', den neuen Zionisten, nicht mehr anzumerken, denn der Zionismus sei nicht mehr die revolutionäre, auf Kampf und Gegensatz angewiesene Bewegung wie früher, sondern eine anerkannte, „salonfähige" Angelegenheit. DuIkt erfülle der Zionismus die jungen Zionisten nicht mehr mit der gleiche?; zionistischen Intensität wie früher, die großen Forderungen setzten ab.: diese Intensität voraus, sie könnten daher nicht erfüllt werden und seien unwahrhaftig. Die Feststellung der Veränderung, die in der Bedeutung der zionistische!' Anschauung vor sich gegangen hat, ist eine Teilwahrheit und deswegen eine Scheinwahrheit. Sicher ist, daß die äußeren Erfolge des Zionisni es vielen leichter machen, sich Zionisten zu nennen, als früher. Daß diese:- die Fähigkeit fehlt, sich dem Zionismus ganz zu ergeben, merken wir -auch im Kartell, aber, wir mir scheint, gerade daran, daß heute von jung'-" Zionisten — allerdings unter Anleitung älterer — die Persönlichkeit de"1 Zionismus vorangestellt werden kann und Minimalforderungen als Erlösr:^ proklamiert werden können. Trotzdem ist es ein Irrtum, wenn m glaubt, daß das K.J.V., insbesondere in seinen jüngeren Generationen a;v solchen „Zionisten neuer Art" bestände. Es ist vor allem ein Irrtum, u e::' man den Zionismus, der das K.J.V. zu bestimmen und den Maßstab r.;' seine Forderungen zu bilden hat, mit diesem San Remo-Zionisrnus ide:n - fiziert. Auch wenn heute Weizrnann vom Reichspräsidenten oder von Je' jüdischen Gemeinde empfangen wird, auch wenn Eltern ihre zionistische Söhne für weniger verrückt halten als früher, ist der Zionismus, in des-e Geist - das K.J.V. erzieht, im Grunde unverändert geblieben. Nicht : •■ deswegen, weil jeder einsichtige Zionist die Hindernisse des Zionismus he _'•* trotz aller äußeren Erfolge, nicht leichter, sondern viel schwerer ernpn"^' muß als früher, wo es noch nicht so sehr darauf ankam, sie zu merken -

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