Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 2 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Berichte Berichte. V,J.St. Hasmonaea, Breslau. (Semesterbericht.) Der Antrittskonvent des W. S. konnte nur die 1. und 2. Charge mit vieler Mühe besetzen. Aber schon nach wenigen Tagen wurde ein anderer C. C. endgültig gewählt: Hermann Loeb * Max Kreutzbergfer ** Walter Bach räch *** . Zur Beurteilung unserer Semesterarbeit ist zunächst ein Ueberblick über die Zusammensetzung unserer Corona erforderlich. Das Semester brachte uns 4 Neuaufnahmen: rer. pol. Herbert Bucky aus Beuthen iur. Adolf Landau aus Deutsch-Krone (Westpr.) pharm. L o e p e r t aus Tarnowitz med. Hans Sachar aus Berlin. Wir hatten acht zweitsemestrige Füxe, von denen drei im Laufe des Semesters als unbrauchbar abgegeben wurden. Außer dem C. C. hatten wir 7 aktive Burschen, von denen ein einziger wirklich aktiv •war. Von 10 inaktiven Burschen ließen sich drei öfters sehen, die anderen ganz selten. Sehr aktiv waren allerdings drei junge alte Herren. Unsere Innenarbeit erstreckte sich im wesentlichen auf die Erziehung der Füxe. Tendenz gab Olitzki, K. J. V.-Unterricht Deutschmann. Kreutzberger gab anfangs Geschichtsunterricht. Nach Beginn der Kurse im Rabbinerseminar nahm aber die Aktivitas offiziell an dem ausgezeichneten jüdischen Geschichtskurs von A. H. h. c. Dr. Rabin teil. A. H. Pinczower gab Sonntag Nachmittag einen Bibelkursus. Hebräisch lernten einige Bundesbrüder in der Sprachschule, einige im Rabbinerseminar. — Ich will es nicht unterlassen, auch an dieser Stelle nochmals alle Bundesbrüder auf diese ausserordentlich günstige Gelegenheit hinzuweisen, die uns durch die von Dr. Rabin eingerichteten Kurse gegeben ist. Der Unterricht ist kostenlos und erstreckt sich auf alle Hauptzweige jüdischen Wissens: Tenach, Mischnah, Midrasch, Neuhebräisch, Grammatik, jüdische Geschichte, R e 1 i g i o n s p h i 1 o s o p h i e. Sportlich ist bei uns im verflossenen Semester leider nichts geleistet worden. Unsere regelmäßigen Wanderungen waren schlecht besucht. Auch zum Schwimmen im Hallenschwimmbad kamen immer nur wenige. Zur Außenarbeit wurden die jüngeren Bundesbrüder bei Sammelaktionen für den N.F. und die Jüdische Kinderhilfe herangezogen. Die zionistische Arbeit wird in der Hauptsache von einigen alten Herren geleistet. Die Keilarbeit der Oster-Abiturienten, der wir uns intensiv widmeten, ist noch nicht sehr weit gediehen, da die Keilfüxe in der Examenszeit schwer heranzubekommen sind. Die Hauptarbeit muß in den Ferien einsetzen und zu Beginn des kommenden Semesters kräftig fortgeführt werden. Sie wird aber scheitern müssen, wenn nicht eine Reihe tüchtiger aktiver Burschen nach Breslau überwiesen werden. Ein erfreuliches Ergebnis zeigte das Burschenexamen, dessen hohen Anforderungen die zu prüfenden Bundesbrüder durchaus gewachsen waren. Sehr erfreulich waren auch die Keren-Hajessodzeichnungen der jüngeren und jüngsten Bundesbrüder, die sich fast durchweg höher einschätzten, als es von ihnen verlangt wurde. Der persönliche Zusammenhang der Bundesbrüder war relativ gut. Die Aktiven kamen auch außerhalb der Veranstaltungen recht häufig zusammen. Auch an gemütlichen Veranstaltungen fehlte es nicht. Hier sind in erster Linie zu nennen die Freitag-Abende bei verschiedenen alten