Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 2 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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»Sit -JÜDISCHE SHEDJEM« aE^iVSOBERifOr DS8 IOlB^EMS. jiroiscBEKR '"tvitnxiroirMttM 19. Jahrgang März 1911 Heft Z Die Arbeit des Kartells in der zionistischen Organisation. Referat, gehalten auf der Erstehargiertentagung von Leo R o s e n b I ü t h - Berlin (V. J. St. Maccabaea-Berlin A. H.) Das Referat wurde etwas umgestaltet und erweitert. Es sei in dieser Form zur Diskussion gestellt. I. Der Leipziger Kartelltag hat die zionistische Dienstpflicht für das K. J. V. anerkannt. Auf Vorschlag von Georg Landauer wurden zur Ausführung des Beschlusses die zionistischen Arbeitsstellen eingerichtet. Wenn man davon absieht, daß die Einrichtung dieser, in unserer Kartellgeschichte neuartigen Institution schon einen Fortschritt bedeutet und der Begriff „zionistische Arbeit" heute nicht mehr zu verdrängen ist, so muß doch festgestellt werden, daß die Erfolge sicher nicht den Erwartungen entsprechen. Wir werden uns im folgenden zunächst mit der Arbeit der Aktiven und Inaktiven beschäftigen. Die Situation ist heute so, daß an allen Kartellverbindungen ein Bundesbruder mit der Leitung der zionistischen Arbeitsstellen betrajut ist. Diese haben die Aufgabe, die zionistische Arbeit der Bundesbrüder zu organisieren. In Berlin liegen die Verhältnisse besonders schwierig, und man darf nicht von hier aus auf die Einrichtung der zionistischen Arbeitsstellen als solche schließen. Im Reiche ist mit verschiedenem Erfolge gearbeitet worden, und es wird unsere Aufgabe sein, dem Kartelltag einen genauen spezifizierten Bericht darüber vorzulegen. Ebenso werden wir erst statistische Angaben über die Dienstpflicht veröffentlichen, wenn das Kartelljähr abgelaufen ist. So viel läßt sich schon heute sagen, daß die Zahl der Dienstpflichtt leistenden noch sehr gering ist. Aber wir haben berechtigte Hoffnungen, daß sich mit der zionistischen Festigung der Verbindungen auch hier Erfolge bemerkbar machen werden. Die Aufgabe dieses Referates ist keine berichtende, sondern es kommt uns darauf an, prinzipiell und kritisch über die bisherige und die künftige Tätigkeit des Kartells innerhalb der zionistischen Arbeit zu sprechen. Wir müssen dazu etwas weiter ausholen. Gehen wir in die Zeiten des alten B. J. C. und K. Z. V. zurück, so erkennen wir sehr deutlich, daß die Stärke dieser Verbände auch darin lag, daß sie als ein zionistischer Faktor im zionistischen Leben Deutschlands gewertet wurden. Und es ist'zweifellos das Glück unseres Kartells; daß es damals und auch heute nicht unabhängig und frei von dem zionistischen Leben Deutschlands und der Gesamtorganisation existieren