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Der jüdische Student · 1922-01-01 · Heft 1 (Januar 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 1 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
[Seite] (sequence 44)
Language
German
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44 Jerusalemer Rechtskurse stärkste Seite hält, nicht ausbilden. Denn man muß gerade eben seine stärksten Seiten für Palästina nutzbar machen. Und wird man nicht Statik auch in Palästina brauchen? (Ich glaube z. B., daß der Eisenbetonbau durchaus große Aussichten in Palästina hat, zumal es doch möglich sein sollte, Zement zu fabrizieren. Im Eisenbetonbau braucht man gewiß statische Kenntnisse.) Statik braucht der Ingenieur überhaupt in allen Lebenslagen. So habe ich im allgemeinen die Grundfragen erörtert, wie ich mir die Anfangsarbeit des Ingenieurs denke. Es ist gewiß nötig, durch eifriges Studium der Fachliteratur und vor allem der Fachzeitschriften (der „Bauingenieur") im besonderen) auf der Höhe zu bleiben (wenn man die nötige Zeit neben dem Studium der Sprachen hat), aber die Praxis, das Leben auf den Baustellen, der Verkehr mit Behörden und Unternehmern bringt einem auch sehr viel und man muß eben mit offenen Ohren und Augen durch die Bauwelt gehen. Es kann auch keineswegs schaden, zwischendurch für einige Zeit im Hauptbüro einer Firma tätig zu sein (wie ich jetzt füntf Mjpnajte in Frankfurt war) dort die kaufmännische Seite kennen zu lernen, Abgabe von Angeboten, Kostenberechnungen, Rentabilitätsuntersuchungen usw. Meine Anschauungen nach lV^ähriger Praxis sind durchaus persönlich und keineswegs maßgebend, aber was mir palästinensische Kollegen gesagt und geschrieben haben, scheint mir Bestätigung meiner Ansichten zu sein. Wären wir so weit wie andere Berufe, daß es Berufsberatung und Auskunft und Stellenvermittlung gäbe!!! Immer wieder muß es gesagt werden, daß der Verb. Jüd. Ing. trotz aller Bemühungen versagt, daß die Leitung in London und der technische Waad in Jerusalem uns im Stich läßt, und nicht wie bei Landwirten und Lehrern aufklärend wirkt. Zusammenfassend möchte ich sagen, daß für keinen Berufszweig mehr als für uns Martin Bubers Forderung vom Arbeitspessimismus gilt gegen alle tönenden Phrasen und schlagwortbefangenen Vorstellungen. Jerusalemer Rechtskurse. Das Berufsressort besitzt die Vorschriften für die Jerusalemer Rechtskurse (Zulassungsbedingungen, Vorlesungsplan und Bedingungen für die Abschlußprüfung). Interessenten können Auskunft erhalten. Fachverbände. In Berlin wurde ein Juristenverband und ein Lehrer verband gegründet. Näheres über Arbeit im nächsten J. St. Vom Präsidium. Wiederaufnahme-Gesuch. Bernhard Littwitz (früher Sport-V. J. St.) hat seine Wiederaufnahme ins K. J. V. (in den V. J. St.-Berlin) beantragt. Eine jüdische Schule im Zentrum Berlins wird vom jüdischen Schulverein zum 1. April mit der Nona und Oktava eröffnet. Bundesbrüder, die ihre Kinder in die Schule geben wollen, sollen sich sofort an Bbr. Michaelis, NO, Raabestr. 17, wenden.

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