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Der jüdische Student · 1922-01-01 · Heft 1 (Januar 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 1 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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34 Zwei Briefe von Bundesbrüdern aus Palästina sen; wir werden nicht stehen bleiben und im Kampfe mit ihm unser eigentliches Ziel vergessen. Wir werden nicht in seiner Hundeart zu winseln anfangen: Lieber Hund, belle nicht, ich bin ja auch ein so guter, braver Hund wie du." VIII. Inmitten oberflächlichen Geplätschers wirkt — obwohl auch hier manches falsch gesehen ist — wie ein Warnruf der Artikel von Herrn Dr. Ludwig Holländer, der Ruf nach „Gewissenhaftigkeit der Urteilsbildung"! „Es wird viel zu viel gesprochen und viel zu wenig gedacht! Jünger des Geistes müssen die geistige Kraft aufbringen, ihre Entscheidungen innerlich ajif das letzte nachzuprüfen." Die rlraft zu dieser Selbstprüfung aufbringen zu können, ist das Beste, was wir dem K. C. zu seinem Jubiläum wünschen können. *) Zwei Briefe von Bundesbrüdern aus Palästina. Die fahnden Briefe sind private an Bundesbrüder gerichtet* Briefe, die uns zur teilweisen Veröffentlichung zur Verfügung gestellt sind. I. Ljnsere Krankheiten (Fieber, Pappataci usw.) liegen nun wieder hin- > ter uns, und wir haben uns ziemlich erholt — soweit dies bei der schweren Arbeit und dem Kampf mit materiellen Sorgen eben möglich ist. Das Leben hier ist sehr schwer im Lande. Der ganze Zionismus hat unter dem Stocken der Kolonisation zu leiden. Die Araber werden täglich rigoroser und die Engländer (angefangen bei Samuel) täglich den Juden abgeneigter. Wenn sich der Zionismus im Galuth nicht endlich zur entscheidenden Tat aufrafft, werden wir auf verlorenem Posten kämpfen. Das Land braucht Geld und Menschen wie nur je. Du wirst sagen, eine alte Weisheit! Aber es sollte doch bald unter der zionistischen Jugend Parole werden, daß, wer nicht in Palästina Zionist ist, ein schlechter Zionist ist. Alle Nachrichten aus Deutschland (Blau-Weiß und K. J. V.) zeigen mir, daß Palästina ihnen so fern wie nur je liegt. Dabei schreit das Land nach ihnen. Man macht Bodenkäufe — hat weder das Geld, noch die Menschen, um den Boden zu bearbeiten. Wenn es heute uns möglich wäre, den Boden, der in jüdischen Händen ist, mit Ansiedlern zu besetzen, wäre das Kolonisationsproblem gelöst. Kommt alle her und hungert Euch drei lumpige Wochen durch (man findet sicher irgendeine Arbeit) — und mit der Zeit werdet Ihr Euern Platz finden. . . . Und es lebt sich trotz allem herrlich hier. Ich kann mir kein Land denken, das uns mehr ans Herz wachsen könnte, als dieses in ergreifendem Schlummer liegende alte Land mit all seiner Schönheit. . . . II. Ich bin also vorläufig in Daganiah, werde aber wohl aller Voraussicht nach, hier nur noch ca. vier Wochen bleiben. Es ist sehr *) Zusatz der Redaktion: Im letzten Heft der K. C.-Blätter beginnt ein Artikel „Breslauer Festtage", der die Veranstaltungen anläßlich des K O.-Jubi äums schildert, mi' dem Motto: „'s war halt doch ein schönes Pest: Alles wieder voll gewest!" Der Text beginnt: „In Breslau, der Wiege des K. 0., ist das Kind wiedr einmal gesci aukelt worden. Die voranstehenden Verse sind geeignet, das „Wie?*' der Tage in Kürze zu erläutern, die anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens der Thuringia, zugleich als Feier des 25 jährigen K. 0. und der um 10 Jahre älteren Viadrina. der Mutter seiner Idee, festlich begangen wurden.

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