Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1KE» -rf ÜJL*X§ OEESj SIUIMEM* 9EX)iV0CKRiW D»9 ICiBVSXKS <jrt7r»i schdb ^BRBiLirx>vrjir&»jr 19. Jahrgang Januar-Februar 1922 Heft 1 Bericht über die Erstchargiertentagung. Mit Ausnahme der V. J. St. Ivria Freiburg hatten sämtliche Verbindungen und Gruppen Vertreter zur Erstchargiertentagung geschickt. Von einzelnen auswärtigen Verbindungen waren außer den Vertretern noch eine Anzahl Bundesbrüder zum Besuche der Tagung nach Berlin gekommen. Es zeigte dies schon, welches Bedürfnis im Kartell bestand, sich über die Aufgaben zu unterhalten. Auf der Tagung selber, bei der die Beteiligung der Berliner Bundesbrüder wieder auffallend gering war, sah man viele neue Gesichter. Der erste Abend wurde durch ein ^Referat Bileskis über die Lage des Kartells eingeleitet. B i 1 e s k i spricht ausführlich über das Verhältnis van Gallith zu Palästina, er hält die Forderui g, die der Leipziger Kartelltag aufgestellt hat, für noch immer richtig. Der Abschluß unserer früheren Kämpfe um unsere Anschauung sei gewesen die Erkenntnis der jeden einzelnen berührenden nationalen Verpflichtung, der Erkenntnis, daß jeder einzelne in den nationalen Zusammenbang hineingestellt werden müsse. Heute genüge für den, der die nationale Verpflichtung im eigenen Leben zeigen wolle, nicht mehr das Herausarbeiten des Gedankens Nation, die Tatsache Palästinas mache sich bemerkbar. Tatsächliche Folgerungen behandelte der Leipziger K. T. Wir dürften nicht vom Gegensatz zwischen Palästina und Galuth, sondern müßten von der Einheit ausgehen. Auch das jüdische Leben im Galuth müsse so umgeschaffen werden, daß es die Teilnahme an Palästina zum Ausdruck bringe. Das Ziel unserer Erziehung muß sein, daß wjr imstande sind, palästinensisches Leben mitzuleben. Auch die, die die Möglichkeit der Übersiedlung für sich nicht verwirklichen würden, müßten ihr Leben nach Palästina orientieren. Man müßte es unsern Menschen anmerken, daß sie nur durch einen Zufall nicht nach Palästina gekommen sind. Voraussetzung dafür ist eine unermüdliche Erziehungsarbeit im Sinne des Leipziger Kartelltages. Im weiteren weist B i 1 e s k i darauf hin, welche Bedeutung das Kartell für das deutsche Judentum haben könnte. Er geht dann ausführlich auf die Frage der Berufswahl ein und zeigt die Zusammenhänge mit der Jugendbewegung. Er fordert unmittelbare Beteiligung an der Jugendbewegung, um Menschen schon im früheren Alter zu beeinflussen. Er kritisiert die Arbeit des Kartells in bezug auf das Hebräische. Er spricht ferner über die Beteiligung des Kartells an der zionistischen Arbeit in Deutschland. Hier sei weniger erreicht, als man in Leipzig geglaubt hatte und es sei eine Aufgabe, hier zu ganz anderen Resultaten zu kommen. Im folgenden geht er auf die Entwicklung der Zeit nach dem Kriege ein und betont den alten Gedanken des Kartells, der auch heute noch seine Gültigkeit habe, daß es einer unserer grundlegendsten Erkenntnisse sei, den Zionismus nicht in der Isolierung, sondern in der Verbundenheit zu betätigen. Dieser Gedanke und damit das Gefühl für die selbständige Bedeutung des K. J. V. sei zu sehr zurückgetreten, es sei von besonderer Bedeutung, daß in diesem Punkte offenbar eine positive Entwicklung begonnen habe. Er setzt" sich dann mit der;,neuen Opposition1* auseinander, deren Auftreten in gewisser Hinsicht begrüßenswert erscheint. — Allerdings müsse sie — anders als jetzt —von der Existenzfähigkeit des K. J.V ausgehen, die Grundlage für jede Diskussion über das K. J.V bilde heute wieder der Entschluß, das K. J.V zur Bedeutung zu bringen, der durch stetige pflichtbewußte Arbeit zu zeigen sei. Zum Schluß berührt er die Altherrenfrage und stellt fest, daß unverhältnismäßig viel Alte Herren, die die Träger der zionistischen Arbeit sein sollten, versagen. Die Hoffnung beruhe auf den jüngeren Nachwuchs.