Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Berichte Eine große Verbindung kann dann, aber nur dann, wenn eine verhältnismäßig genügend große Zahl älterer Bundesbrüder an den erzieherischen Aufgaben mitarbeiten, Fruchtbares leisten. Daneben muß der einmütige Wille aller aktiven und inaktiven Bundesbrüder bestehen, die Anforderungen der Verbindung aus freien Stücken so zu erfüllen, wie es das Kartell verlangt Da es an beiden Bedingungen in Frankfurt mangelte, mußte die Verbindungsarbeit darunter leiden. Das Semester hat gezeigt, daß wir den richtigen Modus der Gemeinschaft noch nicht gefunden haben, und es wäre möglich, daß die Gruppenbildung, die bisher in Frankfurt abgelehnt wurde, die Arbeit' einer so starken jüdischen, Position, wie die Verbindung in Frankfurt sie darstellt, erfolgreicher zu gestalten imstande wäre. Trotz dieser Mängel kann man das Semester wohl als befriedigend bezeichnen* zumal die jüdische Ausbildung der Bbr. Bbr. in mehreren Kursen geschah, und andrerseits eine Reihe von Bundesbrüdern, wie es scheint, die persönlichen Bindungen zu einander gefunden haben. Insbesondere haben sich unsere jungen Füxe in einem „Fuxenkonvent" enger zusammengeschlossen. — Die Veranstaltungen, die als offiziell festgesetzt waren, wurden im allgemeinen gut besucht, mit Ausnahme der sportlichen Veranstaltungen, und dies ist wohl in dem Bestehen der Sportverbindung „Jordania" begründet, der die sportlich besonders tätigen Bbr. Bbr. angehören. Unsere regelmäßigen Veranstaltungen waren: Geschichte: Bbr. Erich Fromm ^Montag Tendenz: Bbr. Fritz Qostein / Abend Sport: ) gemeinsam mit \ Dienstag Abend Turnen: j dem J. T. V. / Mittwoch Abend Die hebräische Ausbildung wurde unseren Bundesbrüdern von Lehrern der Sprachschule erteilte Am Schabbes-Nachmittag waren wir gemütlich auf der Kneipe zusammen und unterhielten uns unter Leitung von Arnsdorff über die Geschichte des K. J. V. und über zionistische Tagesf ragen Alle 14 Tage fanden ganztägige Wanderungen statt. Nicht unerwähnt bleibe ein wohigelungenes Sommerfest, zu dem wir eine Reihe von Freunden der K. J. V. und zahlreiche auswärtige Bundesbrüder bei uns sahen. Personalia: i. a. B. Paul Arnsberg besland das Referendarexamen; i. a. B. Alfred Arnsdorff promovierte und wurde A. H.-ieri; a. B. Erich Fromm wurde inaldiviert. Bbr. Ball und Bbr. Ostwald bestanden das medizinische, Bbr. Wiener das zahnärztliche Vorexamen. Die Bbr. Bbr. Arno Stern und Brauer wurden in den B. C. rezipiert. In den A. C. wurden rezipiert: Walter Fischel, Seppl Freudenthal, Goldberg, Jakobi, Franz Levi, Plaut, Kurt Rosenfeld, Rabin. Die Ferienarbeit leitet a. B. Alex Bernstein. Felix Mela *** Semesterbericht der V. J. St. Bar Kochba, Köln. Der Antrittskonvent fand einige Tage vor den Pfingstferien statt, so daß der eigentliche Semesterbetrieb erst nach den Ferien beginnen konnte. Da das Semesterprogramm auf dem Antrittskonvent noch nicht endgültig geregelt wor- * den war, so mußte, ein planvoller Beginn noch weiter hinausgeschoben werden. Für unsere Arbeit blieben stark 7 Wochen. Rudi Schay wurde mit der Erziehungsarbeit beauftragt. Der Antrittskonvent stellte sich auf den Standpunkt, daß für das S. S. eine Fuxenstunde genüge. Der Hauptteil der Erziehung sollte durch das Beisammensein der Bbr. Bbr. geleistet werden. Im Laufe des Semesters erwies es sich jedoch, daß die Beschaffenheit unserer Verbindung die Ausführung des Programms verhinderte, da wir nur über einen ganz geringen Stamm mitarbeitender. Bundesbrüder verfügten. Ein späterer Konvent änderte das Erziehungsprogramm dahin, daß eine Tendenzfuxenstunde hinzugefügt wurde, die Alfr. Meyer hielt. Die Kürze der Zeit verlangte, daß nur das wichtigste in den Fuxen-