Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Richtlinien über das Betreiben von Leibesübungen 227 Turnen und Gymnastik. F r ei-übungen: a) Haltungsübungen, Atmungsübungen, allgemein vorbereitende Übungen; b) besondere vorbereitende Übungen für Lauf, Wurf und Stoß, Sprung. Übunge n an Hilf sger äten: Sprossenwand, Reck, Barren, Pferd (Mutübungen) usw. Sprungübungen: Hoch-, Weit-, mit Anlauf, aus den> Stand. Spiele: Die meisten turnerischen Ballspiele, Staffelläufe (evtl. mit Hindernissen. (S. Anrri.) ' Anmerkung: Nach diesem Schema ist der Turnabend individuell zu gestalten, man beginnt am besien mit Atemübungen, danach allgemeine Freiübungen, anschließend spezielle. (Es ist immer darauf zu achten, daß während eines Ubungsabends alle Teile des Körpers gleichmäßig geübt werden. Bevorzugung der Rumpfmuskulatur, meist angebracht, da diese oft vernachlässigt ist.) Darauf Gerätübungen; es ist mehr Wert auf Übungen, die den Körper direkt ausbilden, zu legen, als auf Kunstübungen Besonders zu empfehlen ist die Sprossenwand'(Ribstol), Kleidung fauch in ungeheizter Halle) kurze leichte Hose (kein Hemd), Turnschuhe. Bei großer Kalt? jedoch Vorsicht vor Muskelrissen; daher nur zur Übung selbst Überkleidung ablegen und keine Übungen mit ruckartiger Anspannung der Muskeln ausführen lassen. Zum Schluß kann man, falls ein Hof zur Verfügung steht, einen kurzen Dauerlauf in gutem Stil ausführen lassen. Boxen, Ringen. Wo die Möglichkeit besteht, unter guter Anleitung Boxen und Ringen zu erlernen, sind diese Übungen sehr zu empfehlen. Sie bilden den Körper sehr gut durch und sind vom sportlichen Standpunkte aus besonders wertvoll. H a 11 e n t r.a i n i n g. Es ist im wesentlichen dasselbe, wie ein Training im Freien. Turnen und Gymnastik sind ihm, auch von Leichtathleten, unbedingt vorzuziehen. Waldlauf. Strecken von 3—20 km im Walde (nicht auf dem Felde); nicht als Wettlauf, sondern in langsamem Tempo, so daß jeder? bequem daran teilnehmen kann. Nach dem Lauf am besten warme Dusche, Massage. s Rasenspiel: Fußball, Hockey. Neuerdings wird viel Handball gespielt, das sich auch sehr gut als Leibesübung eignet. Wintersport, Skiläufen kommt hauptsächlich nur für München und Freiburg in Betracht. Aber auch an andern Orten ist die Möglichkeit bei günstigen Schnee Verhältnissen vorhanden, wie Frankfurt (Taunus), Würzburg (Spessart, Rhön), Berlin (Grunewald). Das Programm setzt sich aus dem Turnabend zusammen und einer zweiten anderen Veranstaltung, also entweder ein zweiter Turnabend oder Waldlauf usw.* Außerdem ist aber Heimgymnastik dringend notwendig. Hilfsmittel hierfür sind: Sandow-Hanteln, Expander, Norisapparat (Sporthaus Berg, Nürnberg). Diese Übungen haben wirklichen Wert nur, wenn sie systematisch und regelmäßig ausgeführt werden. Alle sechs Wochen kann man einen turnerischen und einen leichtathletischen Dreikampf am Turnabend austragen. Literaturangabe: Die folgende angegebene Literatur ist wegen ihrer kurzen, sachlichen Darstellung besonders zu empfehlen. Es würde sich gemeinsamer Bezug durch das Bücheramt (diesem zur Anregung?) empfehlen. Der Preis ist sehr niedrig. 1. Richtlinien über das Betreiben der Leichtathletik. Selbstverlag der Deutschen Sportbehörde für Athletik. Preis 0,50 Mark. 2. Leibesübungen von Hans Suren, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis etwa 3 Mark. > 3. Atmungs- und Haltungsübungen nebst Anhang von Spielen von Carl Silberhorn. 3 Mark. 4. Gymnastik an der Sprossenwand. Von Fritz Kniese. Verlag Franckh, Stuttgart. 2,40 Mark. 5. Jüdische Turnzeitung: Waldlauf (Februar 1919) und Wintersport (November 1919). Von Ernst Simon II. Verlag jüdische Turnerschaft.