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Der jüdische Student · 1921-06-01 · Heft 4 (Juni 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 4 (Juni 1921)
Date
1921-06-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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166 Vom Sport? des SbniAer- Semesters litt .die Schülerabteilung dauernd -Mangel'-ah geeigneten Führern, so daß eine systematische Erfassung der Jungen nicht möglich war. Erst* durch die einundeinhalb jährige mühevolle ^Arbeit' Rudi Schönheimers, - dem später Wilhelm Wolf f und Felix Heilbron zur Seite traten, gelang es, die nunmehrige „Jugendabteilung des Ruder - V. J. St."' „Ivria", „Jung - Ivria", auf feste Grundlagen zu stellen. Die „Jung-Ivria" ■ zählt augenblicklich 60 Mitglieder. Im Gegensatz, zum „Blau-Weiß", der in seinen Zügen Jungen aller Altersstufen vereinigt, teilten wir unsere Züge so ein, daß der erste Zug (Führer: Ernst Mandelbäum) im wesentlichen die 16 — 18-jährigen, der zweite Zug (Führer: Friedrich Max Simon) die 14 —16-jährigen und der dritte Zug (Führer: Gustav Löwenstein) die 12 — 14-jährigen umfaßte, eine Anordnung, die sich als recht praktisch erwiesen hat. Da der Zuzug an neuen Jungen dauernd größer wird, beabsichtigen. wir, bald zur Bildung eines vierten und fünften Zuges zu schreiten. Der gemeinsame Sportbetrieb im Stadion (Dienstags und Donnerstags) und auf dem Hochschulsportplatz (Sonntags), wo wir alle Zweige der Leichtathletik treiben, sorgen ebenso wie die zwei- bis dreiwöchentlich eingeschalteten Wanderungen dafür, daß der Zusammenhang des Ganzen gewahr u bleibt. Außerdem machen wir in den Schulferien große Fahrten, die uns Ostern nach der sächsischen Schweiz, Pfingsten nach Thüringen und im Sommer ins Rhein-Mosel-Gebiet führten. Wenn wir, gegenüber dem Blau-Weiß, den Sport mehr in den Mittelpunkt des"Gemeinschaftslebens stellen, so tun wir das bei voller Erkenntnis der zweifellos vorhandenen Gefahren (z. B. das sich leicht einstellende „Cracktum") in der Überzeugung, daß abgesehen von den glänzenden Propagandamöglichkeiten (wir bekommen dauernd Leute aus den großen Berliner Sport-Clubs) der auf dem Sportplatz wehende schärfere Luftzug die Erziehung unserer gerne etwas weichlich geistreichelnden jüdischen Jungen zu Disziplin und Verantwortlichkeit nur im günstigen Sinne beeinflußt. Daß wir aber nicht in einem rohen „Sportheldentum" verflachen, zeigt der Ton auf unseren Heimabenden, die wöchentlich einmal innerhalb der einzelnen Züge stattfinden, das zeigen unsere Wanderungen, auf denen bei Theaterspiel und Gesang (der bei uns eifrig gepflegt wird), bei der* Anschauung von Natur und Kunst, ebenso wie bei „den einfachen Dingen des Lebens", .als da sind: Strohlager und Abkochen, die Herzen .sich näher kommen und die Seelen sich öffnen, das zeigt nicht zuletzt die jüdische Entwicklung unserer Jungen, die nicht nur alle ihnen übertragenen zionistischen Pflichten (wie N. F.-Büchsen leeren und aufstellen, Schekelsammiung usw.) in vollem Umfange erfüllt iiaben, sondern auch zu 70 Prozent an den von den Führern der einzelnen Züge erteilten, wöchentlich zweimal stattfindenden hebräischen Kursen teilnehmen. Sichert uns der Ruder-V. J. St. weiter seine äußere Unterstützung durch Überweisung geeigneter Führer zu, und seine innere Anteilnahme dadurch, daß er durch engen Konnex mit der „Jung-Ivria" eine vertraute Atmosphäre herstellt (eine Entwicklung, die sich in letzter Zeit erfreulicherweise in steigendem Maße bemerkbar macht), dann sollte uns gelingen, was seit der Gründung des Blau-Weiß stets versucht und nie geglückt ist: die Erziehung durch die Jugendbewegung zum K. J. V. Vom Sport des Sommer-Semesters Von Paul Hirsch, Berlin Ein Rückblick über das vergangene Semester zeigt, daß wir jnit den sportlichen Leistungen keineswegs zufrieden sein können. Wenn auch zu konstatieren ist, daß sich das Interesse der Bundesbrüder am Sport in einigen Verbindungen etwas gehoben hat, so üst bei anderen

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